Paderborn/Berlin (dpa) l Was genau ist Rohkost eigentlich? „Alles Gemüse, Obst und Salat, das nicht verarbeitet wurde – also nicht gedämpft, gekocht oder anderweitig gegart wurde – ist Rohkost“, erklärt Prof. Helmut Heseker von der Universität Paderborn.

Der Verzehr unverarbeiteter Lebensmittel ist laut Heseker grundsätzlich empfehlenswert: „Rohkost enthält viele Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe, die gesund und für unseren Körper wichtig sind.“

Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt den Konsum von Rohkost. „Wer Gemüse und Obst roh isst, vermeidet einen Vitaminverlust, den das Kochen mit sich bringen kann“, sagt Ernährungswissenschaftlerin Antje Gahl von der DGE. Außerdem müsse man beim Essen meistens sehr gründlich kauen, was sich positiv auf die Zahngesundheit auswirke.

Ebenfalls für Rohkost spräche der im Vergleich mit verarbeiteten Lebensmitteln häufig niedrige physiologische Brennwert. „Das heißt, dass wir bei gleichem Sättigungsgefühl weniger Kalorien aufnehmen“, erklärt Gahl.

Um den Körper ausreichend mit Nährstoffen und Vitaminen zu versorgen, empfiehlt die DGE drei Portionen frisches Gemüse und zwei Portionen Obst am Tag. Das entspricht laut Gahl etwa 250 Gramm Obst und 400 Gramm Gemüse täglich. Bei der Zubereitung müsse aber auf Variation geachtet werden: „Nur ein Teil der Portionen sollte aus Rohkost bestehen, keinesfalls alles.“ Einen Richtwert für die Rohkostmenge gibt die DGE aber nicht an.

Trotz der positiven Eigenschaften raten die Experten davon ab, sich ausschließlich von Rohkost zu ernähren. „Einige Gemüse- und auch Obstsorten können nicht roh gegessen werden, da sie im unverarbeiteten Zustand unbekömmlich oder sogar giftig sind“, warnt Heseker. Dazu gehörten vor allem Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen oder Linsen. Aber auch Rhabarber, Auberginen und Kartoffeln sollten vor dem Verzehr unbedingt gekocht oder auf andere Art gegart werden. Vor allem bei Kindern sollte man auf eine ausgewogene Ernährung achten.