3,7 Millionen, das entspricht 35 Prozent der Kinder unter 16 Jahren in Deutschland, leben in ungesunden Häusern und Wohnungen. 1,53 Millionen berichten über Feuchtigkeit in ihren Kinderzimmern, 2,52 Millionen über zu viel Lärm, je 400.000 über zu wenig Tageslicht und zu wenig Wärme. Das ist das Ergebnis einer Meta-Studie der Denkfabrik RAND Europe über die Effekte des Wohnumfeldes auf die Gesundheit von Kindern auf Basis der European Union Statistics on Income and Living Conditions (EU-SILC). Auftraggeber der europäisch angelegten Studie ist Velux, weltweit größter Hersteller von Dachfenstern. Für diese Studie hat sich RAND Europe auf den Datensatz von 158.833 deutschen Haushalten gestützt, in denen Kinder unter 16 Jahren leben.

Zu hohe Feuchtigkeits- und Lärmwerte in Wohnungen sowie zu wenig Licht und frische Luft haben verheerende Auswirkungen auf die Gesundheit: 522.000 Kinder, das entspricht knapp fünf Prozent aller Kinder unter 16 Jahren in Deutschland, berichten über einen eingeschränkten Gesundheitszustand. Diejenigen, die in feuchten Wohnungen leben, beklagen sich zu fast 15 Prozent häufiger über mangelndes Wohlbefinden als die übrigen Kinder. In schlecht beheizten Wohnungen sind es über 50 Prozent. Vor allem in der Gruppe der Kinder, die aus einkommensschwachen Familien stammen und überproportional in schlecht sanierten Mietwohnungen leben, ist dieser Wert im Vergleich zu der übrigen Bevölkerung um fast 50 Prozent erhöht.

„Im Hinblick auf die angestrebten Klimaziele darf es keine alleinige Fixierung auf energetische Aspekte der Sanierung geben“, erklärt Jacob Madsen, Geschäftsführer von Velux Deutschland. „Gesundheitsfragen müssen bei den Plänen der Bundesregierung zur Modernisierung der Bausubstanz eine mindestens genauso große Rolle spielen.“

„Die hohe Zahl der Kinder, die in einem reichen Land wie Deutschland in feuchten, zu dunklen und kalten Wohnungen leben, ist bedenklich. Würden alle betroffenen Wohnungen und Häuser angemessen saniert, könnte sich der Gesundheitszustand von 180.000 Kindern merklich verbessern – das entspricht einem Drittel aller Kinder, die wegen des Wohnumfeldes gesundheitlich beeinträchtigt sind“, so Jacob Madsen.

Die Studie und weitere Informationen finden Sie unter dem weiterführenden Link.