Hamburg l Ein Grab ist ein besonderer Fleck Erde. Schön soll die letzte Ruhestätte aussehen und Erinnerungen an geliebte Menschen wachhalten – besonders zu Gedenktagen wie etwa Totensonntag am 25. November. Angehörige sollten jetzt aber auch schon an den Winter denken.

Bei Rosen die Spitzen stutzen

Im Herbst ist es Zeit, Pflanzen zu stutzen sowie abgestorbene Blüten und Blätter zu entfernen. „Bei Staudengewächsen wie der Christrose darf abgenommen werden, was nicht mehr schön aussieht“, so Anne-Katrin Kirch, Gärtnereimeisterin auf dem Hamburger Friedhof Ohlsdorf, dem größten Parkfriedhof der Welt. Das gilt auch für viele andere Pflanzen. Ausnahme: Rosen. Bei ihnen sollte man nur Spitzen stutzen.

Jetzt noch das Grab umgestalten? Laut Friedhofsgärtnereimeisterin Kirch kein Problem: „So lange es nicht gefroren hat, kann gepflanzt werden.“ Vorher sollte der Boden spatentief gelockert und die Pflanze danach gut gewässert werden.

Grab mit Zweigen abzudecken, ist praktisch

Das Grab mit Tannenzweigen zu bedecken, galt lange in der kalten Jahreszeit als praktisch und schön. „Heute wünschen sich viele Angehörige auch im Herbst und Winter farbenfrohe Ruhestätten“, so Kirch. Beliebt sind die bunten Blätter des Purpurglöckchens, Farne oder Efeugewächse. „Prinzipiell eignen sich alle immergrünen und winterfesten Pflanzen.“

Die einst unumstößliche Regel, frische Gräber für mindestens sechs Monate nicht zu bepflanzen, gilt nur bedingt, sagt Anne-Katrin Kirch. Sie rät jedoch auch von einer dauerhaften Bepflanzung ab, da die Erde in der Regel noch absackt. Efeu oder Farne eignen sich vorerst für Herbst und Winter.

Winterfeste Pflanzen wählen

Wer die richtigen, nämlich winterfesten Pflanzen ausgewählt hat, muss sich keine Sorgen machen, wenn die Temperatur unter null Grad fällt – auch nicht, wenn die Pflanze zeitweise die Blätter hängen lässt. Wichtig ist unterdessen der richtige Schutz für die empfindlichen Wurzeln. Tipp der Gärtnereimeisterin: „Eine Schicht Torf rund um den Stamm schützt meist ausreichend gegen Frost.“

Im Laufe eines Jahres können auch Grabsteine eine unschöne Patina ansetzen. Moos, Dreck und Pflanzenreste lagern sich ab. Bei der Reinigung rät Steinmetz Hermann Rudolph zur Vorsicht. Der stellvertretende Bundesinnungsmeister sagt: „Einige Natursteine wie etwa Marmor können leicht porös werden.“ Die Folge: Sie verschmutzen anschließend noch schneller oder können sogar bröckeln. „Zuerst sollte man es mit Wasser und einer Naturbürste versuchen.“ Für hartnäckigen Schmutz gibt es spezielle Reinigungsmittel. Diese sollten allerdings nur nach einer Beratung im Fachhandel oder beim Steinmetz gekauft werden.