Magdeburg l Lieben Sie Vogelgezwitscher, Bienensummen, Schmetterlinge und den unnachahmlichen Duft blühender Sträucher und Kräuter? Dann ist der naturnahe Garten genau richtig für Sie. Und es ist ganz leicht, sich einen anzulegen. Überlegen Sie zuerst, in welcher Umgebung sich Pflanzen und Tiere wohl fühlen und welche Vorraussetzungen Ihr kleines Paradies Ihnen dafür bietet.

Geeigneten Platz für Pflanzen finden

Wenn Sie Pflanzen wählen, die zu Ihrer Bodenbeschaffenheit passen, ist das schon die halbe Miete. Auf trockenen Böden in sonniger Lage gedeihen z. B. mediterrane Kräuter und Halbsträucher gut. Viele klassische Stauden hingegen, wie der farbenprächtige Phlox, sind Starkzehrer. Sie brauchen eine humose, nährstoffreiche Erde. Am geeigneten Platz entwickeln sich Pflanzen optimal. Sie werden nicht so leicht krank und benötigen in der Regel keine Spritzmittel.

Klar, dass sich in solch einer Umgebung auch die Tiere wohl fühlen. Eine Vielfalt an Kräutern, Stauden und fruchttragenden Büschen bietet Vögeln, Bienen und Schmetterlingen reiche Nahrung. Es gibt sogar Pflanzen, die ganz besonders attraktiv auf bestimmte Arten wirken: Pfauenaugen tanken gerne einen Schluck am Sonnenhut, während Zitronenfalter den violetten dichtblütigen Ziest „Hummelo“ mögen.

Falter bevorzugen sonnige Plätze

Auch heimische Wildblumen wie Kartäusernelke, Taubenskabiose, Tüpfeljohanniskraut und wilder Majoran locken Insekten an. Bei allen anderen Pflanzen gilt: Sie sollten möglichst keine gefüllten Blüten haben, damit die zarten Flieger auch leichten Zugang zu ihrem Nektar haben. Damit die Schmetterlinge immer genug zu fressen finden, pflanzen Sie am besten verschiedene Blumensorten an, sodass von Frühjahr bis Herbst etwas blüht. Außerdem bevorzugen die Falter warme sonnige Plätzchen – und lassen sich von bunten, kräftigen Farben wie Pink, Orange, Rot, Gelb und Violett beeindrucken. Auch auf Düfte fliegen die Flattermänner. So ist der angenehm riechende Sommerflieder eine der wichtigsten Pflanzen für einen schmetterlingsfreundlichen Garten.

Besonders im Sommer kämpfen auch die Bienen ums Überleben. Das Bienensterben ist ein großes und aktuelles Problem, weil das Futter für die Bienen immer knapper wird. Prof. Dr. Jürgen Tautz von der Universität Würzburg hofft, dass sich das bald ändert. Nicht nur, weil es ihm eine Herzensangelegenheit ist, sondern auch, weil die Lage immer dramatischer wird. „Allein in Deutschland würde ein Drittel aller Lebensmittel wegfallen, wenn unsere heimischen Honigbienen sterben. Dazu zählen beispielsweise Kaffee, Äpfel und Tomaten“, so Tautz.

Bienen freuen sich auf Blumenwiesen

Bienen freuen sich besonders über diese Garten- oder Balkonpflanzen: Blumenwiesen mit Hornklee, Margerite, Schafgarbe, Glockenblume, Wiesensalbei, Vogelwicke, Zaunwicke und Witwenblume. Auch Zwiebelgewächse wie etwa Lauch oder Zwiebel sowie Blütengehölze wie beispielsweise Weißdorn, Schlehe, Wildrose oder Kirsche haben Bienen zum Fressen gern. Daneben lassen sie sich gerne auf Küchenkräutern und auf Wildstauden wie etwa Taubnessel oder Löwenschwanz nieder.

Unterschlupf aus Astwerk gewähren

Blindschleichen und Eidechsen sind inzwischen seltene Gäste geworden, denn unsere Gärten sind oft zu aufgeräumt oder bestehen aus Rasenflächen und eintönigen Koniferenhecken. Viele Tiere aber benötigen Unterschlupfe wie Totholz und Astwerk – Eidechsen auch gerne Trockenmauern, in denen sie leben können.

In jeden Garten gehören auch duftende Kräuter und Heilpflanzen. Sie bescheren uns nicht nur Tees und Würze zum Kochen, sondern können auch als Pflanzenstärkungsmittel genutzt werden. Denn der naturnahe Garten ist oft die beste Apotheke.

Dieser Text wurde im Bauer-Magazin "Mach mal Pause" veröffentlicht.