Köln/Frankfurt (dpa) l Die erste Schwachstelle eines Hauses im Winter ist das Dach. „Eine dicke Schneedecke kann nicht nur Dächer zum Einstürzen bringen“, erklärt Josef Rühle vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks in Köln. Daher sollten Hausbesitzer die maximale Traglast ihres Dachs kennen. Die zulässige Schneelast ist im Standsicherheitsnachweis für das Haus angegeben. Spätestens wenn diese erreicht ist, muss das Dach geräumt werden. „Bereits zehn Zentimeter Nassschnee können bis zu 40 Kilogramm pro Quadratmeter wiegen. Das Räumen ist aufgrund der Gefahr von Stürzen keine Aufgabe für den Hausbesitzer oder Hausmeister, aber sie ist es auch nur im absoluten Notfall für die Feuerwehr.

Gefährlich sind auch Eiszapfen am Dachüberstand oder Balkon. Sie können quasi über Nacht beim Wechsel zwischen Schneefall und Tauwetter groß und schwer werden – und abstürzen. Sie sollten daher ebenfalls umgehend entfernt werden, um nicht zur Gefahr für Fußgänger und parkende Autos zu werden. Dazu sind Hausbesitzer verpflichtet, denn sie müssen Dritte vor Schäden schützen – und im Fall, dass die Eiszapfen abbrechen, auch dafür haften.

Fenster und Fassaden brauchen Pflege

Ein weiterer Schwachpunkt sind Fenster und Fassade: Schneeverwehungen gefährden die Bausubstanz. Vor allem an Gebäudeecken sowie vor Terrassen- und Balkontüren sollten Hausbesitzer sie daher wegräumen. Denn bei Tauwetter dringt das Schmelzwasser unter den Türen hindurch ins Haus ein und durchfeuchtet Mauerwerk, Boden und Belag, erläutert Rühle. Die Fenster sind bei starkem Wind ebenfalls Eingangstore für Feuchtigkeit. „Sie sollten vor dem Winter gut gepflegt und gewartet werden“, rät Ulrich Tschorn, Geschäftsführer des Verbands Fenster + Fassade in Frankfurt am Main. Die Dichtungen lassen sich mit einem elastischen Pflegemittel schützen.

Die Kälte kann auch das Rohrsystem des Hauses angreifen: Um Rohrbrüche zu vermeiden, müssen im Winter alle Leitungen vom Haus in den Außenbereich und jene, die ganz im Freien verlaufen, entleert und abgesperrt werden. „Bleibt noch Restwasser drin, kann es zufrieren und zu einem Rohrbruch führen“, erläutert Andreas Braun vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima in Sankt Augustin bei Bonn. Das Problem: So lange noch Frost herrscht, bleiben Rohrbrüche oft unbemerkt, da die Leitungen durch das Eis noch dicht sind. Taut es, tropft das Wasser in Garten oder Haus. Es drohen hohe Wassergebühren und gravierende Spätfolgen.