Praktische Tipps zur Mundgesundheit

Zucker- und säurehaltige Produkte, insbesondere Limonaden und Cola, nur sparsam konsumieren.

Keine süßen „Betthüpfer“ nach der abendlichen Zahnreinigung.

Nach dem Genuss säurehaltiger Lebensmittel oder Getränke mindestens eine halbe Stunde keine Zähne putzen.

Zahnpflege mit fluoridierter Zahnpasta, Zahnbürsten mit kurzem Kopf und abgerundeten, nicht zu harten Borsten benutzen.

Zahnzwischenräume mit Mundduschen, Zahnseide bzw. Zahnhölzern reinigen.

Mindestens einmal jährlich eine zahnärztliche Kontrolluntersuchung, inklusive professioneller Reinigung der Zahnfleischtaschen und der Zahnsteinentfernung.

Für die Mundpflege zwischendurch Zahnpflegekaugummis einsetzen. (use)

Magdeburg l Die Mehrzahl der Kinder hierzulande kann sich über gesunde Zähne freuen. Aktuell sind derzeit 81,3 Prozent der zwölfjährigen Kinder ohne Karies. Die Zahl der kariesfreien Gebisse hat sich seit 1997 praktisch verdoppelt. Das zeigt eine Studie, die das Institut der Deutschen Zahnärzte in 90 Gemeinden - darunter fünf in Sachsen-Anhalt - durchgeführt hat.

Die Ergebnisse zeigten auch Verbesserungen der Mundgesundheit im mittleren Lebensalter und unter Senioren bis etwa 75 Jahre, informierte Dr. Dirk Wagner von der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt. Schwere Fälle von Zahnfleisch- entzündungen (Parodontitis) werden heute nur noch bei etwa 8,2 Prozent der 35- bis 44-Jährigen beobachtet. In der Altersgruppe der 65- bis 74-Jährigen ist aktuell nur noch etwa jeder achte zahnlos. Im Jahr 1997 war es noch jeder vierte.

Mehr Hilfe für Pflegebedürftige

Eine wachsende Herausforderung bilden die meist über 75-Jährigen, die aufgrund körperlicher oder geistiger Einschränkungen (Demenz) nicht mehr eigenständig zur Mundpflege in der Lage sind. Die Zahnärzte mahnen hier weitere Verbesserungen in der Pflege und medizinischen Vor-Ort-Betreuung an.

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Mundgesundheit beeinflusst den ganzen Körper. Zahnärzte empfehlen daher allen schwangeren Frauen, den Zahnzustand vor der Geburt untersuchen zu lassen. Im ungünstigen Fall können nämlich Infektionen im Mundraum auch Frühgeburten auslösen.

Die Mundpflege von Kindern sollte bereits vor der Bildung der Zähne beginnen. Etwa ab neun Monaten wird es Zeit für das Zähneputzen, zunächst mit Wattestäbchen, später dann mit Kinderzahnbürsten. Ist das Kind geschickt genug, kann es sich unter elterlicher Beaufsichtigung selbst die Zähne putzen. Nicht immer können Eltern jedoch die Qualität der Zahnpflege ihrer Sprösslinge korrekt einschätzen. Und leider sind Reihenuntersuchungen bei Zahnärzten derzeit erst ab drei Jahren vorgesehen, bedauerte Dr. Elisabeth Ehnert, Kinderzahnärztin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Damit werden mitunter die Chancen der Frühprävention nicht optimal genutzt. Änderungen sind jedoch bereits in der Planung.

Dauernuckeln schädigt die Zähne

Im Ost-West-Vergleich ist die Karies-Häufigkeit in den neuen Ländern mit 12,2 Prozent geringfügig höher als im Westen (11,1 Prozent). Eine besondere Herausforderung ist die zunehmende Zahl von Kindern, die in sozioökonomisch schlechten Verhältnissen leben. Unter ihnen ist die Häufigkeit von Karies um ein Mehrfaches höher als im Durchschnitt der Gleichaltrigen aus Elternkreisen mit höheren Bildungsniveaus. Letztere ernähren sich oftmals auch gesünder.

Ein besonderes Kariesrisiko sind süß-säurehaltige Limonaden, die manche Eltern ihren Kindern als „Seelentröster“ in der Nuckelflasche geben. Süßigkeiten und Fruchtsäuren greifen die Zahnoberfläche an und erleichtern Kariesbakterien die Zerstörung der Zahnhartsubstanz. Eine falsche Zahnputztechnik kann diesen Prozess sogar noch verschlimmern.

Keine Angst vor dem Zahnarztbesuch

Eltern sollten nicht erst beim Auftreten von Zahn-Problemen und -schmerzen mit ihren Kindern eine zahnärztliche Praxis aufsuchen. Besser ist es, würden die Kleinen bereits vor dem Zahnen an Zahnarztbesuche gewöhnt. Dann würden sie meist auch weniger Angst vor den Untersuchungen haben, so Dr. Wagner.