Berlin (dpa) l Banken arbeiten mit den Einlagen ihrer Kunden. Das heißt: Sie vergeben Kredite. Wer ein Darlehen bekommt, liegt im Ermessen der Geldinstitute. Für Kunden bedeutet das: Sie unterstützen mit ihren Einlagen unter Umständen indirekt Unternehmen, die sie selbst nicht gutheißen. Zum Beispiel Waffenhersteller.

Wer das ausschließen will, muss sein Geld bei nachhaltigen Banken anlegen. Die Zeitschrift "Finanztest" (Ausgabe 3/2021) hat elf bundesweit tätige Institute getestet, die auch Tages- oder Festgeld anbieten. In puncto Angebot und Sicherheit unterscheiden sich die nachhaltigen Institute nicht von den anderen Banken. Allerdings ist die Anlage- und Geschäftsphilosophie unter Umständen eine andere.

So vergibt zwar keines der getesteten Institute Kredite an Waffenhersteller oder Rüstungsunternehmen. Auch Glücksspiel und Pornografie sind ausgeschlossen. Bei Kohle und Atomkraft gibt es aber Unterschiede – hier schließen nicht alle Institute Kredite aus. Das zeigt: Kunden sollten sich genau anschauen, ob die Geschäftspolitik der Bank ihren eigenen Zielen entspricht.

Breites Angebot für Anleger

Das Angebot der nachhaltigen Geldinstitute kann mit dem der Wettbewerber mithalten: Vom Girokonto über die Festgeld- oder Tagesgeldanlage bis hin zum Wertpapierdepot ist in der Regel alles dabei. Pluspunkt: Der Zins für den Dispokredit liegt mit höchstens 8 Prozent unter den Sätzen vieler herkömmlicher Banken und Sparkassen.

Allerdings vergibt nicht jede nachhaltige Bank Konsumentenkredite. Finanziert werden aber mitunter ökologische Bauvorhaben oder der Kauf von Elektroautos. Bei einigen nachhaltigen Geldinstituten kann man die Erträge seiner Geldanlagen auch gezielt spenden.