Brüssel (dpa). Das Bezahlkartenunternehmen Visa Europe hat auf Druck der EU-Kommission millionschwere Gebühren bei bestimmten Abrechnungen gesenkt. Es gehe um die Entgelte bei Zahlungen mit sogenannten Debitkarten, teilte die EU-Kommission mit. Debitkarten sind keine Kreditkarten, denn die Kontoinhaber werden nach einem Kauf direkt belastet.

Die Gebühren stellen sich die Banken untereinander in Rechnung. Auf Kunden fallen diese Gebühren laut Kommission indirekt zurück: Zum Schluss müssen sie nämlich tiefer in die Tasche greifen, weil der Händler die Gebühren der Banken über höhere Warenpreise an sie weitergibt. "Die Senkung der Interbankenentgelte wird Händlern wie Verbrauchern unmittelbar zugutekommen", sagte Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia.

Die Zusage von Visa Europe erklärte die Kommission für rechtlich bindend. Künftig soll also das sogenannte multilaterale Interbankenentgelt (MIF) noch höchstens bei 0,2 Prozent des Zahlungsbetrags liegen. Die Gebühren auf Transaktionen im Inland werden somit um rund 60 Prozent billiger, grenzüberschreitend gehen sie um rund 30 Prozent zurück. Das entspreche einer Gebührensenkung von MasterCard vom April 2009.

Die Kommission hatte Visa Europe 2009 wegen seiner Geschäftspraktiken mit einem förmlichen Verfahren ins Visier genommen. Die Untersuchungen der Wettbewerbshüter werden zwar teilweise eingestellt. Doch das Unternehmen wird weiter beobachtet. Falls es die Verpflichtungen nicht einhält, droht ein Bußgeld von bis zehn Prozent eines Jahresumsatzes.