Mit dem Schulstart sind zahlreiche Abc-Schützen in etwa einer Woche wieder auf dem Weg zum Unterricht. Für die Eltern stehen deswegen im Vorfeld einige Anschaffungen an. Hier einige Tipps, was bei der Schulausstattung und zum Schulstart zu beachten ist.

Saarbrücken (dpa) l Ob Ranzen oder Federmäppchen - bei allen Anschaffungen für Erstklässler kommt es auf das Gewicht an. "Der Schultornister wiegt am besten nicht mehr als 10 Prozent des Körpergewichts", erklärt Klaus Wenzel, Präsident des Bayrischen Lehrerverbands. Ist er schwerer, sind Kinderrücken schnell überlastet. Diesen Richtwert einzuhalten, sei aber häufig schwer - deshalb müssen alle Anschaffungen möglichst leicht sein, rät Wenzel. Hier die wichtigsten Tipps zum Schulanfang:

Schulranzen: Beim Kauf des Schultornisters achten Eltern neben dem Gewicht am besten auf ein gutes Rückengestell, rät Wenzel. Ob der Tornister gut auf dem Kinderrücken sitzt, testen Familien am einfachsten im Fachgeschäft. Von Rucksäcken ohne Rückengestell rät Wenzel ab. Viele Erstklässler finden sie zwar schick, weil etwa die älteren Geschwistern sie tragen. Doch für den Rücken von Erstklässlern seien sie ungeeignet.

Bei der Schulausrüstung sollten Eltern möglichst auf Produkte aus Leder, Baumwolle oder Leinen setzen. Ranzen und Taschen aus diesen Materialien seien zum einen in der Herstellung umweltfreundlicher, zum anderen ließen sie sich auch leichter reparieren als Gegenstände aus Kunststoff. Darauf weist der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hin.

Einstellung des Ranzen: Die Tragegurte beim Schulranzen dürfen nicht zu lang sein - auch, wenn es cooler aussieht. Bei lang eingestellten Trägern bohre sich die harte Unterkante der Tasche in den Rücken, erläutert der TÜV Rheinland. Sind die Gurte dagegen zu stramm eingestellt, gleichen Schüler die Belastung aus, indem sie sich nach vorne beugen. Der Ranzen sitzt perfekt, wenn er an beiden Schulterblättern anliegt, während die Oberkante mit Schulterhöhe abschließt.

Federmäppchen: Das Federmäppchen hat am besten Gummischlaufen, in welche die Kinder ihre Stifte einzeln stecken können. "Bloß kein Schlamperl-Mäppchen anschaffen", rät Wenzel. Ledermäppchen in Zylinderform seien bei älteren Schülern sehr beliebt, für Erstklässler aber zu unübersichtlich. Denn darin liegen die Stifte unsortiert durcheinander. Deshalb überforderten sie die Kleinen.

Füller und Co: Es gibt Füller für Links- und Rechtshänder, erklärt Wenzel. Das Wichtigste sei, dass das Kind den Füller bekommt, der zu seinen Neigungen passt. Außerdem darf die Feder für Schreibanfänger nicht zu dünn und nicht zu dick sein. Bei Radiergummis sollten Eltern darauf achten, dass sie weder Kunststoff noch Weichmacher enthalten, die die Gesundheit schädigen können. Eltern bestücken die Federtasche ihrer Kinder deshalb besser mit Radiergummis aus natürlichem oder synthetischem Kautschuk.

Brotdose: Damit das Kind sein Pausenbrot regelmäßig isst, nimmt es seine Brotdose idealerweise gerne heraus. "Am besten ist es, das Kind nach seiner Lieblingsfarbe zu fragen und die Brotbox dann danach auszusuchen", empfiehlt Wenzel. Um das Pausenbrot im Schulranzen zu transportieren, bieten sich PVC-freie Brotdosen aus Kunststoff an. Praktisch sind solche, die sich unterteilen lassen. So können Brot und Obst mitgenommen werden, ohne dass sie aneinander kleben oder sich gegenseitig durchweichen. Darauf weist der TÜV Rheinland hin.

Die Brotdosen müssen jedoch täglich ausgewaschen werden. Am besten werden sie dazu in die Spülmaschine gestellt, so dass sie richtig sauber werden. Auch Trinkflaschen müssen jeden Tag gesäubert werden. Da die engen Öffnungen oft nur sehr schwer zu reinigen sind, sollten die Flaschen regelmäßig ersetzt werden.

Sicherer Schulweg: Schulanfänger sind auch Verkehrsanfänger. Kinder müssen nicht nur den Anforderungen der Schule gerecht werden, sondern sich auch mit dem richtigen Verhalten auf dem Schulweg vertraut machen. Eltern sollten den sichersten Weg zur Schule wählen und diesen gemeinsam mit ihrem Kind über einen längeren Zeitraum einüben. Bei der Auswahl des Schulwegs geht Sicherheit vor Schnelligkeit. Die Strecke sollte so verlaufen, dass das Kind möglichst wenig Straßen und Ausfahrten überqueren muss, auch wenn das einen kleinen Umweg bedeutet.

Trägt das Schulkind auffällige und helle Kleidung, wird es von den anderen Verkehrsteilnehmern besser gesehen. Außerdem sind Reflektoren an Ranzen und Jacke empfehlenswert.

Eltern sollten ihrem Kind auch einschärfen, nicht zu Fremden ins Auto zu steigen. Sollte der Sprössling einmal von einem Bekannten oder Verwandten abgeholt werden, ohne dass die Eltern das mit dem Kind besprochen haben, können die Eltern mit ihrem Kind für solche Fälle ein Codewort vereinbaren. Nennt der Abholer das richtige Familien-Passwort, weiß das Kind, dass es mitgehen darf.

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