Die Kugeln leuchten knallgelb, quietschgrün, blau, violett oder rot. Am Tannenzweig sind sie umgeben von teilweise sehr ausgefallenem Christbaumschmuck. Wer 2010 dem Deko-Trend folgen möchte, für den wird das Weihnachtsfest richtig bunt.

Düsseldorf (dapd). Weihnachten 2010 setzen die Hersteller auf voluminöse Kugeln und fantasievoll gestaltete Tiere, Engel und Märchengestalten in vielen Farben – mit Silberstaub dekoriert, weiß gefrostet und beschneit, mit feinen Perlen besetzt oder in Tierfelloptik bedruckt. Die Lust am Verspielten zeigt sich auch in der Vielfalt der Formen und Figuren. Farblich gibt es kaum Tabus: Violett bleibt angesagt, sehr beliebt sind auch Rot, Silber, Grau sowie die Kombinationen Weiß und Grün sowie Orange und Gold. Blau und Braun gelten als die kommenden Farben.

"Es gibt einen Trend, verrückte Sachen in den Baum zu hängen", sagt Gisela Lorenz, Inhaberin des Dekorationsgeschäftes "Arthur Platz" in der Düsseldorfer Altstadt.Besonders beliebt seien Figuren in Pink und Rosa: kleine Torten, winzige Pralinen oder sogar pinkfarbene Pudel in der Badewanne. "Das ist zwar durchaus kitschig, aber sehr süß und hochwertig gefertigt", sagt Lorenz. Solch ausgefallene Deko würden keineswegs nur junge Leute kaufen. "Gerade viele Kunden über 60 haben immer einen rot-grünen Baum gehabt und wollen nun endlich mal etwas anderes", sagt die Weihnachtsexpertin.

Wer vor einem badenden Pudel am Tannenzweig zurückschreckt, kann aber auch behutsam Modernes aus- probieren. Gefragt sind vor allem Tiere: Hunde und Katzen, aber auch Wildschweine, Esel, Ziegen und vor allem Elche. "Die Elche haben dann kleine Schlittschuhe oder sind ganz leicht mit Glitzerstaub überzogen", sagt Lorenz. Damit ein Baum nicht zu unruhig wirkt, empfiehlt Gisela Lorenz, außer geformten und bemalten Figuren immer auch klassische Kugeln aufzuhängen.

Manch ausgefallener Weihnachtsschmuck wie die seit einigen Jahren erhältlichen schrillen Fischfiguren mit Glitzerschmollmund und rosa Hüten würden sich zu einem echten Renner entwickeln. "Viele Hersteller bringen jedes Jahr neue Motive einer Serie, so dass sich auch diese Figuren zum Sammeln eignen", sagt Lorenz. Einfach sei es auch, ganze Themenbäume zu gestalten. Wer es maritim mag, bekommt vom Seepferdchen über die Meerjungfrau bis zum Krebs nahezu alle Tiefseebewohner auch als Baumschmuck. Oder wie wäre es für Genießer mit einem kompletten Baum mit Kaffeebohnen, Croissants, Espressotassen und Latte-Macchiato-Bechern? Erlaubt ist, was gefällt.

Natürlich gibt es auch in diesem Jahr traditionelle Bäume in Rot-Grün, mit Strohsternen, Tannenzapfen oder christlichen Figuren. "Rot leuchtet 2010 besonders intensiv", sagt Jutta Baumann, Objektleiterin der Fachmesse "Christmasworld" in Frankfurt am Main. Gerade in unsicheren Zeiten sei Bewährtes gefragt, da die Menschen Sicherheit im Vertrauten suchen. Daher biete der Handel beispielsweise gepunktete Fliegenpilze, abstrakte Weihnachtsmänner und fröhliche Rentiere an. Auch historische Formen der Manufakturen seien jetzt wieder erhältlich. "So gibt es wieder Schneekinder, die bereits 1905 aus Porzellan gefertigt wurden", sagt Baumann. In Anlehnung an diese alte Handwerkstradition seien auch viele Kindermotive aus Glas erhältlich.

Im Mittelpunkt der Weihnachtsdekoration steht nach wie vor der Tannenbaum – echt oder aus Plastik. "Die künstlichen Exemplare sind in der hochwertigen Polyethylen-Ausführung optisch von den natürlichen nicht mehr unterscheidbar", sagt Jutta Baumann. Generell gilt: Lametta ist out. "Dafür erfreut sich Kunstschnee auf Tannenzweigen großer Beliebtheit", sagt die Weihnachtsexpertin. Kerzen gibt es in allen Farben, Formen und Düften. Sie sind eher schlicht geformt, dafür aber bunt und oftmals bedruckt. Die Fachleute der Messe "Christmasworld" machen einen weiteren Trend aus: Konkurrenz drohe der traditionellen Kerze inzwischen ernsthaft von der "Light Emitting Diode", kurz LED. Die kleinen energieeffizienten Leuchten eroberten als Lichterketten oder -netze Weihnachtsbäume, Fenster und Wände.Meinung