Magdeburg l Leberschäden durch Hepatitis-C-Viren verursachen oft erst nach Jahren unspezifische Beschwerden. Über neue Therapien informierten kürzlich Ärzte des Magdeburger Uniklinikums in Vorträgen.

Infektionen durch verunreinigte Nahrung und Bluttransfusionen sind weltweit ein häufiger Grund für entzündliche Lebererkrankungen. Gegen die durch Hepatitis A und B-Viren übertragenen Leberkrankheiten gibt es Impfungen. Gegen eine Hepatitis-C-Infektion existiert leider keine Schutzimpfung. "Die meist durch Blut übertragene Infektion verläuft oftmals ohne eindeutige Symptome, so dass die Infizierten häufig nichts von ihrer Erkrankung wissen", so Dr. Kerstin Stein von der Magdeburger Universitätsklinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie. Manche Menschen tragen das Hepatitis-C-Virus jahrzehntelang in sich, ohne eindeutige, gesundheitliche Beschwerden. Andere werden bereits nach ein paar Jahren schwer krank.

Die bisherige Standardtherapie besteht aus einer Kombination der Wirkstoffe Interferon-Alfa und dem Medikament Ribavirin, das das Immunsystem bei der Bekämpfung der Virusinfektion unterstützt. Die Behandlung dauerte mehrere Monate und ist nicht immer erfolgreich. "Neuerdings hat die Therapie der chronischen Hepatitis C jedoch große Fortschritte gemacht", so die Magdeburger Fachärztin Dr. Kerstin Schütte. Neue Behandlungsmöglichkeiten, die in den vergangenen Jahren unter anderem am Magdeburger Universitätsklinikum untersucht wurden, haben das Therapieschema deutlich verbessert.

Seit Herbst 2011 wurden zwei Medikamte einer neuen Klasse von Hepatitis-C-Wirkstoffen zugelassen. Dabei handelt es sich um sogenannte Proteasehemmer. Das sind Eisweißmolekül-Scheren, die eine Virusvermehrung unter bestimmten genetischen Voraussetzungen blockieren können. Die Proteasehemmung wurde in den vergangenen Jahrzehnten im Rahmen eines Sonderforschungsbereiches der Deutschen Forschungsgemeinschaft auch am Magdeburger Universitätsklinikum untersucht.

Die neuen Medikamente mit den Wirkstoffen Boceprevir und Telaprevir können die Erfolgschancen der bisherigen Hepatitis-C-Therapie mit einem Interferon-Präparat und dem Interferon-Verstärker Ribavirin verbessern. Die neue Dreifach-Medikamentenkombination verkürzt und erhöht die Therapieaussichten für viele bei Hepatitis C, so der Magdeburger Magen-Darm-Facharzt Dr. Kurt Grüngreiff. Durch die neue Therapie können die Behandlungserfolge bis zu 25 Prozent verbessert werden.

Nebenwirkungen der Behandlung können unter anderem Blutarmut und Hautrötungen sein. Die meisten der ausgewählten Patienten profitieren jedoch von einer maßgeschneiderten Behandlung, so die Ärzte.