Heute in einer Woche ist Heiligabend. Wer noch keinen Weihnachtsbaum hat, muss sich keine Sorgen machen, die Auswahl ist immer noch riesig. Die Volksstimme gibt Tipps zum Aufstellen des Baumes im Wohnzimmer.

Magdeburg/Hamburg (cbi) l Frohe Kunde für Verbraucher: Nachdem die Preise für Weihnachtsbäume in den vergangenen Jahren stark angestiegen waren, bleiben die Kosten zum Weihnachtsfest 2011 in einem vergleichbaren Rahmen wie im Vorjahr. Nach Angaben des Verbandes der Weihnachtsbaumerzeuger in Niedersachsen, Hamburg und Bremen kostet eine der begehrten Nordmanntannen je nach Qualität zwischen 16 und 22 Euro pro laufendem Meter, für Blaufichten müssten neun bis zwölf Euro und für Fichten fünf bis sieben Euro bezahlt werden.

Nordmanntanne liegt weiterhin ganz klar auf Platz 1

"Die Schmerzgrenze für Verbraucher in Sachsen-Anhalt liegt bei 30 Euro für einen frischen Weihnachtsbaum", so Michael Schenk, Referent für Pressearbeit im Landwirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt. "Da der Sommer sehr regnerisch war, konnten die Bäume gut gedeihen", so Schenk.

Der Trend zur Nordmanntanne ist in Deutschland ungebrochen. Der Marktanteil dieser Baumart nimmt auf 80 Prozent zu. "Auch in unserem Bundesland liegt die Nordmanntanne ganz klar auf Platz 1, sie erobert seit 1990 das Herz der Sachsen-Anhalter", erläutert Michael Schenk. Die Vorteile dieses Baumes: Er nadele nicht so schnell, piekse nicht und sei meist schön gewachsen.

Die Blaufichte könne einzig mit ihrem angenehmen Duft dagegenhalten. "Auf den weiteren Plätzen folgen die Blau- und Rotfichte sowie die Kiefer. Die hat nur einen Marktanteil von ein bis zwei Prozent", so Schenk. In deutschen Wohnzimmern haben jedes Jahr mehr als 28 Millionen Nadelbäume ihren glanzvollen Auftritt zum Weihnachtsfest. "In Sachsen-Anhalt stehen davon rund eine Million", weiß Schenk.

Wer einen Weihnachtsbaum erwerben möchte, bei dessen Anbau auf den Einsatz von Pestiziden und Überdüngung verzichtet wurde, muss nach Informationen der Umweltschutzorganisation Robin Wood nicht unbedingt viel tiefer in die Tasche greifen. Viele Anbieter von Bio-Bäumen orientierten sich aus Konkurrenzgründen an den Preisen der umliegenden Händler. Und das, obwohl ein Baum aus ökologischer Waldnutzung mit einem Mehraufwand an direkter Arbeit anstelle von Chemie verbunden sei. Mit Baumarktpreisen könnten Bio-Bäume jedoch nicht mithalten.

Robin Wood veröffentlicht jedes Jahr eine Liste mit entsprechenden Ökobaum-Anbietern (http://url.dapd.de/UnA5Aq). Von getopften Weihnachtsbäumen raten die Umweltschützer ab. Das sei Augenwischerei. Nach Tagen im geheizten Wohnzimmer würde kaum ein Baum anschließend im Garten anwachsen, sagte Waldreferent Rudolf Fenner.

Experten raten, den Weihnachtsbaum möglichst spät in die Wärme zu holen und dann in einem Ständer mit Wasser aufzustellen. Außerdem sollten sich Kunden ihren Baumstamm anschneiden lassen, damit sich die Poren des Holzes öffnen können. Wer seinen Baum schon gekauft hat, sollte ihn in kühlen Räumen, beispielsweise im Keller oder auf dem Balkon, lagern.

Ganz wichtig: Ein Weihnachtsbaum sollte niemals vor einem Kaminfeuer oder einer Heizung aufgestellt werden, die Brandgefahr ist an diesen Standorten sehr hoch. Brennende Weihnachtsbäume sind dagegen aus Sicht der Feuerwehr kein großes Problem. Seit es elektrische Kerzen gibt, passiert - anders als bei Adventskränzen - da kaum noch etwas. Außerdem wird dringend empfohlen, die Weihnachtsbäume vor dem Aufstellen im Zimmer im Freien gründlich zu schütteln, damit die möglicherweise darauf sitzenden Zecken abfallen. Sind die erst einmal im Warmen, können sie erwachen.

Der Christbaum gehört zur guten alten Weihnachtstradition. Dennoch stellt sich so mancher Verbraucher Jahr für Jahr die Frage, ob das Abholzen der Bäume für diesen Zweck unbedenklich oder ein Schaden für die Umwelt ist. "Aus Sorge um den Wald braucht niemand auf den Weihnachtsbaum zu verzichten, denn für diesen Ritus wird kein Wald vernichtet. Die meisten Bäume stammen aus speziellen Weihnachtsbaumkulturen", so Michael Schenk. "Das muss man sich wie ein Blumenfeld vorstellen, wo die Blumen ja auch geerntet werden."

Die Sicht darf beim Transport nicht behindert werden

Beim Transport des Weihnachtsbaumes darf die Sicht aus dem Auto nicht beeinträchtigt sein. Wird etwas auf dem Dach transportiert, muss beachtet werden, dass ein Überstand vorne verboten ist. Nach hinten darf die Ladung bis zu 1,50 Meter überstehen, ab einem Meter muss eine Kennzeichnung erfolgen. Bei Tag beispielsweise mit einer rote Flagge, bei Dunkelheit mit einer Leuchte und einem Rückstrahler.

Die Bäume, die es an Ständen und Baumärkten zu kaufen gibt, stammen zu 90 Prozent aus Deutschland, die restlichen zehn Prozent werden aus dem westlichen Kaukasus, aus Georgien und der nördlichen Türkei importiert. Zehn bis 13 Jahre brauchen die Bäume, bevor sie geschlagen werden können.

Die Nordmanntanne hat ihren Namen übrigens nicht in Anlehnung an ein nordisches Land, sondern sie wurde nach dem finnischen Zoologen, Botaniker und Paläontologen Alexander von Nordmann (1803 -1866) benannt. Seit 1842 trägt die Nordmanntanne (Abies nordmanniana) seinen Namen. Er hatte sie 1838 im Kaukasus nordöstlich von Borshomi im heutigen Georgien entdeckt.

Alle Weihnachtsbäume, die es zu kaufen gibt, wurden bereits seit Mitte November bis zum Nikolaustag am 6. Dezember geschlagen und "sind somit frisch", so Michael Schenk.

Noch ein Rat zum Abschluss: Wer Kosten sparen will und lieber einen Baum im Wald stiehlt und dabei erwischt wird, für den kann es wesentlich teurer werden. Strafrechtlich gesehen ist der Dieb genauso dran, wie derjenige, der seinem Nachbarn den Baum vom Balkon klaut, der Straftatbestand eines Diebstahls ist gegeben.