Jedes Jahr liegen in Deutschland auch Versicherungspolicen unter dem Tannenbaum. Doch welche sind sinnvoll?

Elmshorn (dapd) l Vor allem Kinder werden so mit Versicherungsschutz ausgestattet, der sie absichern oder ihnen den Start ins Leben erleichtern soll. Aber ist es wirklich sinnvoll, Versicherungen zu verschenken?

Bei einigen Policen kann das Geschenk durchaus sinnvoll sein - zum Beispiel bei Kinderinvaliditätsversicherungen. Die springen ein, wenn das Kind in jungen Jahren so schwer erkrankt oder verunglückt, dass es ein Leben lang finanzielle Unterstützung benötigt.

Auch Krankenzusatzversicherungen für Kinder können eine gute Wahl sein. Sie entlasten die Eltern finanziell, wenn sie etwa die Kosten für teure kieferorthopädische Maßnahmen ganz oder teilweise übernehmen.

Vorsicht aber: Mit dem Verschenken der Policen ist es nicht getan. Denn die Verträge ziehen eine Beitragspflicht nach sich, die sich nicht selten über Jahre oder sogar Jahrzehnte erstreckt. Wer Versicherungen verschenkt, sollte willens und in der Lage sein, diese Prämie dauerhaft zu zahlen.

Anders sieht es dagegen bei Policen aus, die mehr Sparvertrag als Risikoabsicherung sind. Das beste Beispiel sind Ausbildungsversicherungen. Die sind nichts anderes als Kapitallebensversicherungen, die das Kind finanziell absichern sollen, wenn ein Elternteil oder sogar beide sterben. Der Nachteil: Die Verträge sind extrem unflexibel, die Rendite mäßig. Derartige Verträge eignen sich nicht als Geschenk.

Krankenzusatzversicherung nicht doppelt abschließen

Das gilt auch für Versicherungspakete, die eine Kapitallebens-, eine Unfall- und eine Krankenzusatzversicherung bündeln. Es ist empfehlenswert, den benötigten Risikoschutz lieber separat abzuschließen und das Sparen auszulagern. Wenn Kindern ein finanzieller Grundstock für das spätere Leben gelegt werden soll, sind reine Sparverträge ohne Versicherungsmantel sinnvoller als entsprechende Policen. Denn Sparverträge verursachen weniger Kosten, die zulasten der Rendite gehen, und sie sind deutlich flexibler - davon profitieren Schenker wie Beschenkte gleichermaßen.

Wenn Versicherungen verschenkt werden, muss dabei - unabhängig von der Art der Police - an einiges gedacht werden. So sollten die Schenker immer in Erfahrung bringen, welche Policen bereits vorhanden sind. So bringen Doppelversicherungen etwa im Bereich der Krankenzusatzversicherungen nichts - die Kosten werden nur einmal erstattet.

Bei anderen Policen wie einer Unfallversicherung müssen Doppelversicherungen zudem im Antrag angegeben werden - ein Verschweigen bestehender Policen kann dazu führen, dass die Unfallversicherung nicht zahlen muss.

Bei Kinderinvaliditätsversicherungen gibt es einen weiteren Punkt zu beachten: Es müssen im Antrag Gesundheitsfragen beantwortet werden - hier brauchen die Schenker auf jeden Fall die Unterstützung und Informationen von den Eltern, ohne die die Police gar nicht abgeschlossen werden kann. Auch deshalb sollten Eltern in die Pläne eingeweiht werden.