Weinheim (dpa) l Wer erzählt schon gerne einer fremden Person intime Details seines Lebens? Wenn zwei Menschen sich zu einer Paartherapie entschließen, ist das ein mutiger Schritt.

Die Hemmschwelle ist für viele aber sehr groß – und das liegt unter anderem daran, dass viele die Paartherapie mit einem desolaten Zustand der Beziehung in Verbindung setzen, sagt Holly Parker in der Zeitschrift "Psychologie heute" (Ausgabe 03/2021). Parker ist Psychologin und Dozentin für Paarpsychologie in Harvard in den USA.

Nicht alle stehen kurz vor der Trennung

Dies sei aber nur einer von vielen Mythen, urteilt sie. Natürlich kämen manche Paare erst in die Therapie, wenn sie schon kurz vor der Trennung stehen. Dies treffe aber nur auf eine Minderheit zu.

Der überwiegende Teil der Paare habe die Beziehung nicht aufgegeben, sondern suche nach Hilfsmitteln um zum Beispiel Konflikte besser zu bewältigen oder Strategien für den Alltag zu entwickeln. "Beziehungen müssen nicht mit einem Fuß im Grab stehen oder schwerwiegende Probleme haben, um eine Therapie zu erwägen", sagt Parker.