Rastatt (dpa) l Der Pflegedienst übernimmt Aufgaben wie Medikamentengabe oder das Waschen, andere Bereiche stemmen dagegen die eigenen Angehörigen: Wer daheim gepflegt wird, kann in so einem Fall Pflegesachleistungen und Pflegegeld in Kombination beantragen, berichtet die Zeitschrift „Pflege & Familie“ (Ausgabe 3/20).

Hintergrund: Je nach Höhe des Pflegegrads stehen Betroffenen zwischen 689 Euro und 1995 Euro Sachleistungen für ambulante Pflege und Betreuung von der Pflegekasse zu. Wer diese Summe allerdings nicht voll ausschöpft, kann sich den Rest anteilig als Pflegegeld auszahlen lassen und dadurch etwa seine Angehörigen für deren investierte Zeit finanziell ein wenig entlasten. Der Pflegegeldbetrag liegt, abhängig vom Pflegegrad (2 bis 5), zwischen 316 und 901 Euro im Monat.

Kombiniert man beide Leistungen miteinander, werden sie prozentual gegengerechnet, heißt in dem Bericht.

Monatlich rund 540 Euro auszahlen lassen

Eine Beispielrechnung: Eine Person mit Pflegegrad 5 nimmt 798 Euro und damit 40 Prozent der ihr zustehenden Sachleistungen in Höhe von 1995 Euro in Anspruch. So kann sie sich noch 60 Prozent des ihr zustehenden Pflegegelds in Höhe von 901  Euro überweisen lassen – das sind monatlich 540,60 Euro.

Ein weiteres Rechenbeispiel der Verbraucherzentralen: Eine Person mit Pflegegrad 3 hat Anspruch auf 1298 Euro Sachleistungen. Sie benötigt davon jedoch nur 70 Prozent: 908,60 Euro. Von dem ihr zustehenden Pflegegeld in Höhe von 545 Euro kann sie sich folglich noch 30  Prozent auszahlen lassen – das sind monatlich 163,50 Euro.

Die Verbraucherschützer weisen auch darauf hin, dass man seine Wahl bezüglich der Kombination der Leistungen jederzeit ändern könne – das sollte man dann stets schnell der Pflegekasse mitteilen.