Bremen (dpa) l Gerade Vegetarier und Veganer wissen es: Streichcremes fürs Brot sind eine leckere Alternative zu Wurst und Käse. Und: Es bringt einige Vorteile mit sich, sie selbst herzustellen. „Man weiß genau, was drinsteckt – und sie schmecken einfach frischer“, sagt Pia Schulze aus Münster. Sie ist Mit-Gründerin der veganen Rezepte-Plattform „100 Affen“.

„Außerdem ist das Herstellen von Aufstrichen ein guter Weg, um die Kartoffel oder die halbe Avocado zu verwerten, die noch im Kühlschrank liegt. So kann man Lebensmittel retten, die sonst vielleicht in den Müll gewandert wären“, erklärt Luka Lübke. Sie arbeitet als Privatköchin in Bremen und ist Mitglied der Slow Food Chef Alliance, einem Netzwerk von Köchen. Bei Brotaufstrichen gilt: Alles ist möglich. Das fängt bei der Basis an. Als herzhafte Grundlage eignen sich gegarte Hülsenfrüchte. Linsen, Erbsen oder weiße Bohnen werden im Aufstrich angenehm sämig. Auch aus Kernen und Nüssen lassen sich Aufstriche herstellen. Ihr hoher Fettgehalt macht sie besonders cremig. Wer seinen Aufstrich lieber frischer und leichter mag, greift zu Gemüse wie Tomaten, Möhren oder Kürbis.

Avocado und Quark gut geeignet

Ebenfalls gut verarbeiten lassen sich Avocado, Milchprodukte wie Ricotta, Frischkäse oder Quark – und Tofu. „Eine besonders tolle Konsistenz hat Seidentofu. Der muss allerdings beim Pürieren mit etwas Johannisbrotkernmehl gebunden werden“, rät die Kochbuchautorin Martina Kittler aus München. Wer es sehr deftig mag, kann Thunfisch als Grundlage wählen und ihn mit Frischkäse und Kräutern verrühren. Soll es süß werden, mixt man am besten Trockenfrüchte, Datteln und Nüsse und verfeinert das Ganze mit frischen Früchten wie Beeren.

Beim Herstellen von Streichcremes stehen Standmixer oder Pürierstab im Mittelpunkt. Sie mischen die Zutaten so, dass sich die Creme später gut verstreichen lässt. Nüsse sollte man vorher einige Stunden in Wasser einweichen, sonst sind sie zu hart für die Klingen.Wenn die Basis steht, geht es um den Feinschliff. Denn ein simpler Aufstrich, beispielsweise aus weißen Bohnen oder Kartoffeln, kann in unzähligen Varianten daherkommen. Luka Lübke rät, gezielt Gewürze einzusetzen: Kümmel verleiht einen rustikalen Touch, während Kreuzkümmel für eine orientalische Note sorgt. Balsamico-Essig oder Limettensaft bringen Säure, gehackte Nüsse eignen sich, um die Konsistenz interessanter zu machen und einen schönen Crunch-Effekt zu geben.

Zum Ausprobieren schlägt Pia Schulze einen Apfel-Bohnen-Zwiebelaufstrich vor. Dafür schneidet sie einen Apfel und zwei rote Zwiebeln klein und brät beides in Öl an. Dann spült sie 240 Gramm Bohnen aus dem Glas ab und püriert sie gemeinsam mit den angebratenen Zutaten. Salz und Pfeffer dazu – fertig ist der Aufstrich, der sich in einem sauberen Gefäß im Kühlschrank einige Tage hält.

Hoher Fettgehält hält länger

Die Haltbarkeit hängt stark von den Zutaten ab. Aufstriche mit hohem Fettgehalt halten sich im Kühlschrank etwa eine Woche. Cremes aus frischem Gemüse oder Milchprodukten sollten innerhalb von drei bis vier Tagen verzehrt werden.