Bamberg/Halle (dpa) l Wer die Arme verschränkt, gilt als unsicher und abwehrend. Wer sich groß macht, wirkt selbstsicher. Ein Fokus auf die Haltung könnte vor allem für unsichere Schüler hilfreich sein, fanden Forscher heraus. Körpersprache sei nicht nur ein Ausdruck von Gefühlen – sie könne umgekehrt auch beeinflussen, wie sich Menschen fühlen, erklärt Robert Körner, einer der Studienautoren vom Institut für Psychologie der Universität Halle-Wittenberg.

In den Tests mit 108 Viertklässlern zeigte sich: Kinder, die eine raumeinnehmende offene Pose einnahmen, verfügten über ein höheres Selbstwertgefühl als Kinder, die mit verschränkten Armen und gesenktem Kopf posierten. Dies fanden die Forscher durch eine anschließende Befragung heraus. Besonders signifikant war der Unterschied bei Themen, die den Schulkontext betrafen. 

Offene und verschränkte Haltungen können etwa so aussehen: Sitzt jemand mit hinter dem Kopf verschränkten Armen und legt die Füße lässig auf den Tisch, so erlebt sich die Person vermutlich gerade als selbstsicher. Vor dem Körper verschränkte Arme und ein gekrümmter Rücken deuten dagegen auf Unsicherheit hin, so die Forscher. Kinder seien ab einem Alter von fünf Jahren in der Lage, die Körperhaltung von anderen zu erkennen und zu interpretieren.