Berlin (dpa) l Der Baum steht schief, die Gans ist versalzen, und am Ende spielen alle nur mit ihren Handys herum: So sieht der perfekte Heiligabend sicher nicht aus. Doch im Feiertagsstress kann so einiges danebengehen. Neun Last-Minute-Tipps könnten ihnen das Weihnachtsfest retten.

Ein Weihnachtsbaum sollte nicht erst am Tag der Bescherung aufgestellt werden. Viele Weihnachtsbäume sind für den Transport in einem Netz verpackt und brauchen nach dem Auspacken und vor dem Schmücken einen Tag Zeit, um die Äste zurück in ihre ursprüngliche Position zu bringen. Der Verband Natürlicher Weihnachtsbaum rät dazu, das Netz von oben nach unten aufzuschneiden. Zwei Meter hohe Bäume benötigen etwa zwei Liter Wasser am Tag. Der Bedarf kann sich aber je nach Standort im Raum erhöhen – besonders vor Öfen trocknen sie schnell aus, daher sollten diese Standorte vermieden werden.

Kerzen darf man wirklich nie unbeaufsichtigt brennen lassen. Der Deutsche Feuerwehrverband rät, vorsorglich einen vollen Wassereimer und einen großen Lappen bereitzustellen. Die Prüforganisation Dekra empfiehlt, Flammen nicht auszublasen, sondern mit einem Kerzenlöscher zu ersticken. Bei mangelhafter Dochtqualität oder Zugluft könne sich die Flamme nach dem Ausblasen erneut entzünden. Beim Kauf sollten Kunden auf das RAL-Gütezeichen der Gütegemeinschaft Kerzen achten.

Aufpassen sollten Eltern bei der populären Stechpalme (Ilex aquifolium), warnt die Stiftung Kindergesundheit. Die Beeren lösen unter Umständen Bauchkrämpfe, Durchfall und Erbrechen aus. Im Verdachtsfall sollten Eltern sich sofort an ihren Kinderarzt oder das lokale Giftnotrufzentrum wenden.

Auch Katzen droht Gefahr

Sie rascheln, glitzern und sind gefährlich – denn Geschenkbänder werden leicht von Katzen verschluckt. Die Stubentiger sollten daher nur unter strenger Aufsicht mit dem Raschelband spielen dürfen, rät die Tierärztin Sabine Schroll im Magazin „Ein Herz für Tiere“. Gelangen scharfkantige Ringelbänder in den Darm einer Katze, können sie dort schwere Verletzungen hervorrufen.

An Weihnachten werden gerne Parfüms verschenkt. Käufer sollten bei der Auswahl maximal drei Düfte probieren, rät Martin Ruppmann, Geschäftsführer der Fragrance Foundation und des Kosmetikverbands VKE: „Sie haben ein linkes, ein rechtes Handgelenk und vielleicht noch einen Handrücken, auf dem Sie probieren können.“ Kunden sollten den Duft auf die Haut auftragen. „Riechstreifen helfen natürlich, aber es ist etwas anderes, wenn der Duft auf die Haut trifft.“

Das aufwendige Festessen ist fast fertig – und dann rutscht der Salzstreuer aus der Hand. Versalzene Suppe lässt sich einfach mit Wasser oder Sahne strecken, erklärt die Initiative „Zu gut für die Tonne!“ des Bundesministeriums für Ernährung. Fisch und Fleisch, das zu viel Salz bekommen hat, lasse sich klein schneiden und mit einer neutralen, ungewürzten Beilage wie Reis oder Kartoffeln vermengen, raten die Experten. Wenn Fleisch oder Fisch zu scharf geraten sind, könne auch Honig Abhilfe schaffen.

An Weihnachten wird geschlemmt, was das Zeug hält. Gerade nach einem sehr üppigen Mahl wie einem Gänsebraten mit Rotkohl und Knödeln kann sich im Magen Unwohlsein mit Völlegefühl oder Blähungen ausbreiten. Mancher Betroffene denkt dann vielleicht, dass ein Schnaps den Magen aufräumt. Die Apothekerkammer Niedersachsen rät stattdessen dazu, lieber zu einem Kaffee zu greifen – denn der regt die Verdauung an.

Wenn sich die Gäste mehr mit dem Smartphone als mit anderen Gästen beschäftigen, kommt nur schwer Feiertagsstimmung auf. „Wer ständig am Smartphone hängt und jedes Detail über Social Media teilt, nervt“, warnt die Stil-Trainerin Susanne Helbach-Grosser. Denn auch der Empfänger der Nachrichten werde so vom Feiern abgehalten. Die Expertin rät, handyfreie Zeiten schon vorab zu vereinbaren. Ein Foto vom Baum ist okay – dann das Handy ausschalten!