Zeltingen-Rachtig (dpa) - Nach rund acht Jahren Bauzeit ist es
soweit: Die riesige Hochmoselbrücke bei Zeltingen-Rachtig ist fertig.
1,7 Kilometer lang und bis zu 160 Meter hoch spannt
sich das Mega-Bauwerk im Kreis Bernkastel-Wittlich über das Moseltal.

Mit den letzten weißen Strichen geht das aktuell größte
Brückenbauprojekt in Europa zu Ende. In einer Woche werden die Autos
darüber rollen: Die Verkehrsfreigabe ist nach einer "Jungfernfahrt"
eines Politiker-Konvois für den 21. November (13.00 Uhr) geplant.

Zuvor wird am Samstag (16. November) bei einem Bürgerfest auf der
Brücke das Ende der Bauarbeiten gefeiert. Da könnten Anwohner das
Bauwerk noch einmal ganz ohne Verkehr erleben, sagt die
Ortsbürgermeisterin von Zeltingen-Rachtig, Bianca Waters.

Die Brücke ist Teil einer insgesamt 25 Kilometer langen neuen Strecke
(B50) zwischen Eifel und Hunsrück. An der Brücke wird seit 2011
gebaut, seit Sommer 2014 sind Stahlträger für den Überbau über die
Pfeiler geschoben worden. Nach dem Brückenschlag im August 2018
folgten in diesem Frühjahr und Sommer die Asphaltarbeiten. Die
Hochmoselbrücke ist die zweithöchste Brücke Deutschlands nach der
Kochertalbrücke (maximal 185 Meter) in Baden-Württemberg.

Das Bauwerk war seit seiner Planung umstritten. Kritiker bemängeln,
die Brücke zerstöre das idyllische Landschaftsbild zwischen den
Weinorten Ürzig und Rachtig. Auch Kostensteigerungen sorgten für
Schlagzeilen. Nach derzeitiger Planung kostet das gesamte Projekt 483
Millionen Euro, auf die Brücke entfallen rund 175 Millionen Euro.

B50 neu Hochmoselübergang