Hecklingen l In der Stadt Hecklingen (Salzlandkreis) mit knapp 7000 Einwohnern spitzt sich eine Finanzkrise weiter zu. Nachdem das Land der Kommune auf Anraten des früheren Finanzministers Jens Bullerjahn (SPD) einen unabhängigen Gutachter finanziert hat, liegt jetzt ein Rettungsplan vor. Doch Stadträte sehen darin eine „Liste von Grausamkeiten“, weil Vorschläge mit harten Einschnitten wie etwa einer Schulschließung verbunden sind. Daher wollen die Räte mit Finanzminster André Schröder (CDU) gern persönlich reden. Bisher ist aber noch kein Termin zustande gekommen.

Denn die Frage, ob Hecklingen als eigenständige Einheitsgemeinde eine Zukunft hat, wird laut. Bürgermeister Uwe Epperlein (Wählergemeinschaft Hecklingen) hat angekündigt, seinem Rat in Kürze auch die Auflösung Hecklingens als eigenständige Gemeinde und die Angliederung an eine andere Stadt vorzustellen. Dafür würde das benachbarte Staßfurt infrage kommen. In einer kommenden Beratung will er den Stadtvätern aber auch andere Szenarien aufzeigen. Er selbst möchte an bestehenden Strukturen festhalten und sieht einen Teil der Maßnahmen des Gutachtens als Chance.

Gutachter Dirk Bath von der Management Consult GmbH aus Bonn rechnet in dem besagten Gutachten vor, wie die Stadt es in acht Jahren schaffen könnte, ihr Defizit über 17 Millionen Euro im Haushalt auszugleichen. Dazu gehören 30 Maßnahmen. Die Stadt soll sich unter anderem von Immobilien trennen, Steuern anheben, alle Jugendclubs und eine Grundschule schließen, die derzeit über Fördermittel ausbaut wird. Würde Hecklingen große Flächen Ackerland verkaufen, wäre die Stadt einen Großteil ihrer Schulden auf einen Schlag los. Im besten Fall würde die Stadt dafür 16,8 Millionen Euro erhalten.