Magdeburg l Die Pläne für die Erstaufnahmestelle in der Landeshauptstadt werden konkret. Auf einem 90 000 Quadratmeter großen Areal im dünn besiedelten Osten der Stadt, das einst von der sowjetischen Armee genutzt wurde, ist der Bau von 296 Holzbauten geplant, die in einfacher Bauweise errichtet werden sollen. Bis zu fünf Personen können in den Häusern untergebracht werden, sagte Finanzstaatssekretär Jörg Felgner der Volksstimme. Zudem sind 55 Häuser vorgesehen, in denen u. a. sanitäre Anlagen, Duschen und Büros integriert werden. Das Bundesamt für Flüchtlinge, kurz BAMF, bezieht ebenfalls in der Zast ein Quartier.

Noch ist kein Vertrag mit einem Anbieter für Wohnbauten geschlossen worden, Gespräche laufen. Allerdings dränge die Zeit, so Jörg Felgner mit Blick nach Halberstadt: In der dortigen Erstaufnahmestelle sind aufgrund fehlender Alternativen derzeit etwa 1000 Flüchtlinge in Zelten untergebracht.

300 Flüchtlinge bis Jahresende

„In Magdeburg soll keine Kaserne mit Containern entstehen“, stellt der Finanzstaatssekretär klar. Angestrebt wird der Kauf von Wohnbauten aus Holzmaterial mit Dämmung sowie Außenputz, die einfach im Boden verankert werden können und dem Zweck der Wiederverwendbarkeit dienen. „Anders als die dauerhaften Erstaufnahmestellen in Halberstadt, Stendal und Halle ist die Nutzung der Zast in Magdeburg zeitlich begrenzt. Lässt der Flüchtlingsstrom nach, wird sie wieder geschlossen“, so Felgner. Bis Ende des Jahres sollen 300 Flüchtlinge an der Breitscheidstraße aufgenommen werden. Derzeit laufen Beräumungsarbeiten auf dem Gelände, das sich im Besitz des Landes befindet. Dies sei eines der Kriterien gewesen, die zur Auswahl des Standortes führten, so Klaus Teichert vom Landesbetrieb Bau- und Liegenschaftsmanagement. „Eine Alternative, die ebenso schnell hergerichtet werden kann, gibt es nicht.“ 15 Millionen Euro werden in die Magdeburger Zast investiert.

Im Magdeburger Stadtteil formiert sich derweil Protest gegen die Standortauswahl. Vertreter des Landes und der Stadt wurden am Freitag bei einem Bürgerforum mit 750 Teilnehmern wegen der Unterbringungspläne kritisiert und teilweise lautstark beschimpft.