Ralf Seibicke, der sich einst als oberster Rechnungsprüfer den Spitznamen „Präsident Gnadenlos“ einhandelte, wird nun doch nicht hauptamtlicher Geschäftsführer der IBG. Sehr schade – das ist eine verpasste Chance. Ein Aufräumer hätte der affärengeplagten Gesellschaft gutgetan.

Das Verfahren wirft Fragen auf: Schon im Juli verständigten sich die Minister Hartmut Möllring (CDU, Wirtschaft) und Jens Bullerjahn (SPD, Finanzen) auf Seibicke. Alles schien geregelt. Kritische Stimmen? Fehlanzeige. Und jetzt, vier Monate später, wird Seibicke plötzlich der Laufpass gegeben. Dabei hat SPD-Chefin Katrin Budde eine zentrale Rolle gespielt. Allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz: Der Verdacht einer späten Abrechnung mit Seibicke liegt sehr nahe. Denn: Zwischen Budde und Seibicke herrschte Eiszeit, seiner offiziellen Verabschiedung blieb sie fern. Und Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU)? Er riskierte keinen Koalitionskrach mit der SPD wegen eines Mannes, mit dem auch er in der Vergangenheit so seine Probleme hatte.