Burg l Der 39-jährige Hauptmann René R. (eingeschränkte Namensnennung aus Sicherheitsgründen) packt im Magdeburger Landeskommando seine Sachen. Nächste Woche fliegt der Hauptmann nach Mali und soll dort das deutsche Kontingent in Koulikoro unterstützen. Fünf weitere Soldaten aus Sachsen-Anhalt sind schon da.

Soldat steht auf die klassische Feldpost

Bei feuchtwarmen 35 Grad Celsius unterm Weihnachtsbaum dürfte es ein ungewöhnliches Fest für ihn werden. „Meine Familie ist aber vorbereitet. Erst gestern haben wir ,Skype‘ auf dem heimischen Rechner eingerichtet“, sagt er. Das Internet-Programm ermöglicht kostenlose Videotelefonie mit den zu Hause Gebliebenen. Das sind in diesem Fall seine Frau, seine 15-jährige Tochter und die beiden Hunde „Flecki“ und „Donna“.

Doch der Familienvater steht ohnehin eher auf die gute alte klassische Feldpost. „Ich habe in den vergangenen Jahren immer wieder festgestellt, dass sich in den Briefen viel besser die Emotionen transportieren lassen“, sagt der Soldat. Die Feldpost habe nur einen Nachteil, sie kann schonmal ein bis zwei Wochen unterwegs sein.

Der Soldat aus dem Magdeburger Landeskommando, der zurzeit bei Leipzig wohnt und eigentlich aus Thüringen kommt, zeigt sich gut auf seinen Einsatz in Mali vorbereitet. „Wir haben alle Impfungen und auch die Malaria-Prophylaxe, mehr kann man nicht tun. Anschließend werden wir natürlich noch mal gesundheitlich gecheckt“, sagt er. Der Hauptmann ist in dem deutschen Camp zuständig für die Munitionstechnik und Schießsicherheit. Trainiert wurde er für den speziellen Einsatz bei der deutsch-französischen Brigade in Mühlheim.

Für René R. ist es der fünfte Auslandseinsatz. Zuvor war er in Bosnien und 2009 bis 2012 in Afghanistan. „Dort habe ich auch mein erstes Weihnachten während eines Auslandsein­satzes verbracht“, so der Soldat.

Betreuungszentrum lädt Familien ein

Für ihn wird es dennoch die erste „Anerkennungsmedaille“ sein, die er in seiner Laufbahn am heutigen Sonnabend stellvertretend für alle anderen Soldaten des Landes in der Burger Clausewitz-Kaserne erhält. „Das ist einzigartig, dass ein Bundesland so etwas macht. Es ist eine Wertschätzung gegenüber uns allen Soldaten. Auch denjenigen gegenüber, die nicht über Weihnachten im Ausland ihren Dienst verrichten müssen“, so der Hauptmann. Bundeswehrsprecherin Franziska Meyer: „Bereits seit 2003 soll die Anerkennungsmedaille des Landtages den Dank Sachsen-Anhalts für den Einsatz der Soldaten in den Krisenregionen der Welt zum Ausdruck bringen.“ Die diesjährige Medaille zeigt das Motiv des Dessauer Hoftheaters. Die anderen 51 Exemplare sind bereits an Camps und Stationen im Kosovo, Afghanistan, Irak, Somalia, Türkei, Mali und die Küste vor dem Libanon verschickt worden.

Währenddessen lädt das Familienbetreuungszentrum Burg heute auch die Angehörigen zu einer Weihnachtsfeier ein. 120 Angehörige und 40 Kinder werden dazu erwartet. Mit dabei soll auch der Soldaten-Sender Radio Andernach sein. Es ist in den verschiedenen Einsatzgebieten empfangbar. „Die Angehörigen können hier ihre Grüße aufnehmen, die dann zum Fest mit entsprechendem Musikwunsch übertragen werden“, so die Bundeswehrsprecherin. Die Anerkennungsmedaille wird durch den Vizepräsidenten des Landtages Gerhard Miesterfeldt im Beisein des Kommandeurs des Landeskommandos Sachsen-Anhalt, Oberst Axel Lautenschläger, überreicht.