Die SPD hat die innerparteiliche Kurve gekriegt und ihrer Spitzenfrau Katrin Budde den Rücken gestärkt. Das war nach dem vergurkten Start auch höchste Zeit. Budde vermied in ihrer Rede durchdrehende Reifen. Sie wahrte die in einem Wahlkampf gebotene Distanz zu beiden Seiten – zur CDU wie zur Linken. Sie ist gut beraten, einen mittigen Kurs zu fahren. In diesen unruhigen Zeiten sehnt sich die große Mehrheit nach Stabilität. Es gibt keine Wechselstimmung und keine Lust auf Revolution.

Trotz mieser Umfragewerte und AfD-Höhenflug sind weder Hektik noch depressive Starre ratsam. Budde sollte sich im Streit um Obergrenzen nicht verkämpfen, da die Flüchtlingszahlen ohnehin gerade sinken. Viel wichtiger ist es, die Integration zu verbessern. Da liegt vieles im Argen. Und: Die Partei muss ihre Erfolge besser verkaufen. Kita-Ganztagsbetreuung für alle, freiwillige Gemeinschaftsschule, Mindestlohn. Das war Politik vor allem für kleine Leute, die es ohne die SPD nicht gegeben hätte.