Magdeburg (dpa) l Immer wieder ist von einer Dauerbelastung der Polizei  in Sachsen-Anhalt die Rede – wegen der Bewachung von Flüchtlingsunterkünften, Terrorabwehr und Demonstrationen.

Überstunden

Am Stichtag 31. Oktober standen bei der Landesbereitschaftspolizei 116 600 Überstunden auf der Liste – 30 000 mehr als im gesamten Vorjahr. Bei allen Polizeibehörden zusammen waren es an diesem Stichtag laut Innenministerium bei 282 500. Das sind 20 000 mehr als im gesamten Vorjahr. Allerdings wurden deutlich mehr Überstunden ausbezahlt. Nach Angaben des Innenministerium flossen mehr als 700 000 Euro in die finanzielle Abgeltung von Überstunden – fast neunmal so viel wie 2014. Wie viele Überstunden damit ausgezahlt wurden, konnte das Ministerium nicht konkretisieren.

Demonstrationen

2014 wurden 120 Einsätze erfasst. In diesem Jahr gab es bis Anfang Dezember bereits 290 abgesicherte Demos. Fast die Hälfte davon fiel nach Angaben des Innenministerium seit September an - und wurde zu Asylthemen von Befürwortern und Gegnern angemeldet. Allein bei der Landesbereitschaftspolizei kamen für die Sicherung von Demos bisher mehr als 98 000 Einsatzstunden zusammen – dreimal mehr als 2014.

Krankheit

Die Dauerbelastung lässt sich nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei an den steigende Ausfällen ablesen. Lange Zeit habe der Krankenstand bei acht Prozent gelegen – jetzt sei er fast doppelt so hoch.

Personal

Das Personalentwicklungskonzept der Landesregierung sieht eine sinkende Anzahl von Polizeibeamten vor. Waren 2014 noch 6100 Polizisten beschäftigt, sind es nun knapp 6000. Im kommenden Jahr soll die Zahl auf 5800 sinken. Um auf die aktuelle Situation zu reagieren, wurde der Einstellungskorridor aufgestockt von 150 auf 250. Da die Ausbildung neuer Polizisten zweieinhalb bis drei Jahre dauert, greift der erhöhte Korridor laut Innenministerium frühestens Ende 2017.