Jürgen Mannke hat mit einem einzigen Meinungsbeitrag seine Reputation als Schulleiter und Gewerkschaftschef riskiert und verloren. Jetzt will er auch noch ein Buch schreiben. Ausgerechnet über Ausländer, also das Thema, bei dem er schon einmal danebengelegen hat. Kann das gutgehen?

Ausgeschlossen ist es nicht. Immerhin hat er sich jetzt glaubhafter als je zuvor von den polemischen Stellen seines Textes distanziert. Jetzt kommt es darauf an, wie er sein Thema anpackt. Fragt er offen nach den Bedingungen, unter denen die Integration vieler fremder Menschen gelingen oder scheitern kann? Lernt er von Menschen, die seit Jahrzehnten Erfahrung mit Einwanderung haben? Oder nutzt er die vielen Zuschriften lediglich als Steinbruch, um Einzelfälle zu verallgemeinern und Vorurteile zu bestätigen? Von dieser Entscheidung hängt ab, ob Sachsen-Anhalt einen Mini-Sarrazin bekommt – oder einen Pädagogen, der sich verantwortungsvoll einer Herausforderung stellt.