Wernigerode l Seit gut zwei Jahren arbeiten die Harzstädte Goslar (Niedersachsen), Nordhausen (Thüringen) und Wernigerode (Sachsen-Anhalt) mit wachsendem Erfolg in der Initiative „Ein Harz“ zusammen. Was mit der gemeinsamen Harzcard begonnen hat, findet seine Fortsetzung bei den gemeinsamen Anstrengungen zum Ausbau der Infrastruktur und der Zusammenarbeit der Hochschulen.

Doch die Oberbürgermeister der drei Städte, Oliver Junk, Klaus Zeh (beide CDU) und Peter Gaffert (parteilos), sehen die Initiative erst am Anfang ihrer Entwicklung. Auf dem 91. Brockenstammtisch auf dem höchsten Harzgipfel brachten sie ihre Überzeugung zum Ausdruck, dass mit der Unterstützung durch die drei Landesregierungen noch viel mehr für die Entwicklung der Region getan werden könne.

Der Harz sei das wichtigste Tourismusziel in Sachsen-Anhalt, sagte Gaffert. „Aber sind wir nur das?“, fragte er. „Sicher nicht. Der Harz ist attraktiv nicht nur als Tourismusmagnet, sondern insbesondere auch als Region zum Wohnen und zum Arbeiten.“ Im Harz gebe es tausende interessanter Arbeitsplätze, auch und gerade außerhalb des Tourismus.

Gemeinsame Sprache finden

Gafferts Goslarer Amtskollege Junk verwies auf die fünf Landkreise in den drei Bundesländern, die zum Harz gehören, und sagte, dass es bisher nur unzureichend gelinge, eine gemeinsame Sprache zu sprechen, miteinander zielgerichtet Anträge in die Landeshauptstädte zu richten. „Deshalb braucht es für den Harz eine gemeinsame Idee, eine Institution – eine Regiopolregion.“

Nordhausens Oberbürgermeister Klaus Zeh sagte, die Regiopolregion Harz wäre ein weiterer und logischer Schritt auf dem Weg der kreis- und länderübergreifenden Zusammenarbeit. Nur als gemeinsame Institution sei es möglich, operative Projekte zu steuern, finanzielle Mittel zu akquirieren und zu verwalten und die Initiative professionell zu vermarkten.

Übereinstimmend forderten die drei Oberbürgermeister, Planungen auf allen Gebieten und bestimmte Projekte über die Ländergrenzen hinweg gemeinsam für die gesamte Harzregion zu entwickeln und voranzubringen. Ein Beispiel: Während der niedersächsische Nordharz mit Fördermitteln das E-Tankstellennetz ausbaue, hätten die Harzregionen Sachsen-Anhalts und Thüringens keinen Zugriff auf diese Fördermöglichkeiten und könnten das Projekt nicht auf den gesamten Harz ausweiten.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) bezeichnete die Idee der Regiopolregion Harz als „eine bedenkenswerte Initiative“. Wenn die Städte ihre Vorstellungen als Gesamtpaket in Hannover, Erfurt und Magdeburg unterbreiten würden, hätten sie mehr Aussicht auf Erfolg. Außerdem würde das den Landesregierungen helfen, Prioritäten zu setzen. Im Gespräch mit der Volksstimme sprach sich Haseloff dafür aus, dass sich der Harz künftig mehr als bisher zum Beispiel auf der Grünen Woche und der Internationalen Tourismusbörse in Berlin gemeinsam präsentieren sollte.

Der Regierungschef verwies außerdem auf einen Arbeitskreis der Chefs der drei Staatskanzleien, der sich bereits regelmäßig mit länderübergreifenden Problemen des Harzes beschäftige und das noch verstärken werde. „Der Harz ist eine Region mit großer Zukunft, ein Lebensraum mit wirtschaftlichen Möglichkeiten in einer einzigartigen Landschaft, für die bzw. für den durch diese gemeinsamen Anstrengungen auch die Jugend begeistert werden muss.“

In einem nächsten Schritt soll es am 22. März eine Tagung in der Fachhochschule Nordhausen geben. Das Motto lautet „Mehr als Tourismus - Regiopolregion Harz“. Im Harz leben 700 000 Menschen. Meinung