Magdeburg l Der Magdeburger Helmhersteller Schuberth rechnet in diesem Jahr mit einem Rekordumsatz. Geschäftsführer Jan-Christian Becker sagte der Volksstimme: „Wir haben bei den Motorradhelmen derzeit 30 Prozent mehr Aufträge als zur gleichen Zeit im Vorjahr.“ Schuberth peile 2016 einen Umsatz von rund 75 Millionen Euro an – so viel wie noch nie in der Geschichte des Unternehmens.

Der derzeitige Auftragsbestand bei den Motorradhelmen decke bereits einen Großteil des Geschäftsjahres ab, so Becker weiter. Rund 200.000 Motorradhelme stellen die Magdeburger im Jahr her. Das Geschäft mit den Zweirad-Kopfbedeckungen sorgt für den Hauptumsatz. Die meisten Helme – rund 600.000 Stück – produziert Schuberth allerdings für den Arbeitsschutz. Hinzu kommen Helme für Feuerwehr, Polizei und Militär. Rund 900.000 Stück verlassen das Werk im Stadtteil Rothensee im Jahr.

Investitionsprogramm

Seit 2013 gehören die Mehrheitsanteile an Schuberth dem Investor Perusa, der Fonds auf der Kanalinsel Guernsey vertritt. Der Kontakt zwischen Schuberth und seinem Eigentümer ist eng. Wöchentlich gibt es ein Lage-Gespräch. Bei allen strategischen Entscheidungen, die in Magdeburg getroffen werden, sitzt der Investor mit am Tisch. Um Schuberth für die Zukunft fit zu machen, ist ein Investitionsprogramm aufgelegt worden. Allein in diesem Jahr sollen mehr als sechs Millionen Euro für neue Maschinen und die Weiterentwicklung von Produkten ausgegeben werden. Einen Teil der Summe hat sich Schuberth bei dem britischen Investor BlueBay Asset Management geliehen. Bei der Suche nach einer Finanzierung hatte es im vergangenen Jahr auch Gerüchte gegeben, wonach sich Perusa nach einem Käufer für Schuberth umschaue.

Das Investitionsprogramm sieht Becker auch als klares Bekenntnis zum Standort Magdeburg. Das 25-köpfige Entwicklerteam arbeitet derzeit an neuen Helm-Modellen. Dabei spielt auch Kommunikationstechnik eine Rolle, die im Helm integriert sein soll. „Wir erhoffen uns damit gesteigerte Umsätze, nachdem der Kunde einen Helm gekauft hat“, so Becker.

Vetrieb neu aufgestellt

Der Schuberth-Chef hat in den vergangenen Monaten den internationalen Vertrieb neu aufgestellt. Becker hat aber auch den deutschen Markt im Blick: Der typische Schuberth-Kunde ist hierzulande 49 Jahre alt. „Wir müssen uns verjüngen, ohne die Basis zu verlieren, die uns trägt. Ansonsten haben wir in zehn Jahren ein Problem“, sagte Becker. Helfen sollen dabei neue Designs auf den Helmen.

Auch das persönliche Projekt von Jan-Christian Becker ist noch nicht abgeschlossen: Im vergangenen Jahr hat er mit dem Motorrad-Führerschein begonnen. Doch einige Fahrstunden fehlen noch. Ein Haus hat Becker schon gebaut. 2015 ist er Vater eines Sohnes geworden. Der Schuberth-Manager ist in Magdeburg angekommen.