Magdeburg l „Der Anteil der von chronischen Schmerzen Betroffenen hat sich in innerhalb von zehn Jahren verdoppelt“, sagte Barmer-Landesgeschäftsführer Axel Wiedemann am Mittwoch bei der Vorstellung des Arztreports. Die Krankenkasse hat dazu bundesweit die Daten von 8,6 Millionen Versicherten erhoben.

In Sachsen-Anhalt liegt die Leidensquote etwas über dem Bundesmittel. Hier klagen 4,4 Prozent der Versicherten über dauerhafte Schmerzen (Bundesmittel: 4 Prozent). Die Ursachen für diese Entwicklung können weder Mediziner noch Kassen derzeit präzise benennen. Gestiegenes Lebensalter, eine geänderte Lebensweise (wenig Bewegung, Übergewicht) sowie andere Diagnose- und Therapieverfahren gehören sicherlich dazu. „Klagte früher ein Patient über Schmerzen, doch der Arzt konnte nichts finden, galt derjenige schnell als Simulant“, erzählt Wiedemann.

Seit gut 20 Jahren sind chronische Schmerzen jedoch als ein eigenständiges Krankheitsbild anerkannt. In Sachsen-Anhalt kommt der demografische Faktor hinzu. Durch Geburtenrückgang und hohe Abwanderung vor allem junger Leute ist der Anteil Älterer stark gestiegen.

Problemzone Rücken

Schmerzzone Nummer eins ist der Rücken. Fast ein Drittel aller Diagnosen gehen auf Probleme an der Wirbelsäule zurück. Danach folgen Bauch- und Beckenschmerzen, die vor allem Frauen plagen. Innerhalb Sachsen-Anhalts gibt es deutliche Unterschiede. Die meisten Schmerzfälle verzeichnet der Salzlandkreis (5,6 Prozent aller Diagnosen), die wenigsten der Burgenlandkreis (2,8 Prozent).

Schmerzpatienten bekommen im Mittel sechs verschiedene Medikamente pro Tag. Doch diese können die Leiden meist nur lindern aber nicht beseitigen. Die Barmer rät Hausärzten, Patienten an Spezialisten zu überweisen. Im Land gibt es 49 Praxen für Schmerztherapie.