Loburg (dpa) l Die einbeinige Storchendame vom Storchenhof Loburg erholt sich nach einer aufwendigen Operation nur langsam. "Die Genesung von Mathilda ist leider nicht so eingetroffen wie erhofft", sagte der Geschäftsführer der Vogelschutzwarte, Michael Kaatz, in Loburg (Landkreis Jerichower Land). Vor etwa drei Wochen erhielt das Storchenweibchen eine Prothese von einem Magdeburger Tierarzt.

Das Tier hatte sich zuvor in einer Angelschnur verfangen und den unteren Teil des rechten Beins verloren. Zwei ihrer Artgenossen – Fridolin und Emma – erhielten vor gut einer Woche ebenfalls Prothesen. Sie sind bereits auf dem Storchenhof zurück. "Die beiden laufen schon."

Anfangs schien Mathilda den Eingriff gut überstanden zu haben, wie Kaatz sagte. Doch ihr gesundes Bein habe sich entzündet, die Muskulatur sei geschwächt. Sie könne noch immer nicht gehen. "Bis sie Fortschritte macht, bleibt sie bei dem Tierarzt in Magdeburg", sagte Kaatz.

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Die Vogelschutzwarte kümmert sich seit Jahren um verletzte Störche und beobachtet das Zugverhalten der Tiere in Sachsen-Anhalt. Den Angaben zufolge gab es in diesem Jahr rund 600 Storchenpaare im Land.

"2016 war ein schlechtes Jahr für die Störche", sagte Kaatz. Sie seien erst spät aus ihren Winterdomizilen in Afrika zurückgekehrt. Mitte August machten sich rund 80 Prozent der Tiere wieder auf den Weg in den Süden. "Einige Störche sind aber noch immer hier", sagte der Vogelexperte. Womöglich blieben einzelne über Winter im Land. "Wenn es so mild wie in den vergangenen Jahren wird, ist das kein Problem", so Kaatz.