Magdeburg l Der sachsen-anhaltische AfD-Landtagsabgeordnete André Poggenburg hat erneut für einen Eklat gesorgt. Auf einer Kundgebung der AfD in Rostock  sagte er:  „Die Union ist und bleibt eine politische Hure." Er warf der CDU vor, „mit Links" zu kuscheln. In Sachsen-Anhalt gibt es in Teilen der Landtagsfraktion Sympathie für die AfD und deren Positionen. 

Der frühere AfD-Landes- und  Fraktionsvorsitzende Poggenburg provozierte zudem, wie kürzlich erst bei einer Demonstration in Berlin,  schon wieder mit einem Nazi-Symbol am Revers, einer blauen Kornblume. Diese war in Österreich Parteiblume einer antisemitischen, großdeutschen Bewegung. Von 1933 bis 1938 war die Kornblume zudem Erkennungszeichen der damals in Österreich noch illegalen Nationalsozialisten. Poggenburg nennt die Kritik am Tragen der Kornblume „billige linke Propaganda".

Der 43-Jährige formuliert immer wieder seine rechtsnationale Haltung und bedient sich einer aggressiven, an Nazizeiten erinnernden Sprache. Im Februar 2017, nach Tumulten bei einer AfD-Veranstaltung an der Uni Magdeburg, sagte er, die Hochschulen seien in den Händen von Linksextremisten. Sein Fazit: „Wir müssen diese Wucherung am deutschen Volkskörper endlich loswerden."

Beim Politischen Aschermittwoch in Sachsen zog Poggenburg über die Türkische Gemeinde her: „Diese Kümmelhändler haben selbst einen Völkermord an 1,5 Millionen Armeniern am Arsch, für den sie bis heute keine Verantwortung übernehmen. Und die wollen uns irgendetwas über Geschichte und Heimat erzählen? Die spinnen wohl! Diese Kameltreiber sollen sich dahin scheren, wo sie hingehören. Weit, weit, weit hinter den Bosporus zu ihren Lehmhütten und Vielweibern."

Parteiinterne Kritik

Das brachte ihm auch parteiinterne Kritik ein. Aufgrund des großen Echos auf die umstrittene Rede kündigte er im März 2018 seinen Rücktritt als Landesvorsitzender und Fraktionschef an. Seitdem sucht er in der zweiten Reihe seine neue Rolle.