Magdeburg l Schon wieder gibt es Ärger in Sachsen-Anhalts AfD: Der frühere Fraktions- und Landesvorsitzende André Poggenburg hat beim Landesvorstand ein Amtsenthebungsverfahren gegen den parlamentarischen Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion, Robert Farle, beantragt. Zudem wird eine zweijährige Ämtersperre für den 68-Jährigen gefordert. Dazu liege ein einstimmiger Beschluss des Kreisvorstandes im Burgenlandkreis vor, bestätigte Poggenburg der Volksstimme. Der Antrag zielt auf Farles Funktionen im Kreis- und im Landesvorstand. Bemerkenswert: Farle war lange Zeit einer der engsten Vertrauen Poggenburgs. Jetzt aber fühlen sich Poggenburg sowie die Landesvorständler Andreas Mrosek und Steffen Schroeder durch den Auftritt Farles bei einer Bürgerversammlung in Helbra verunglimpft. Dort sei Farle über AfD-Politiker „hergezogen“.

Dieser habe „richtiggehend gehetzt“ und sei „gewaltig übers Ziel hinausgeschossen“, befindet Poggenburg. Farle hatte in seiner Rede kritisiert, dass Mrosek (seit 2107 im Bundestag) im Landesvorstand ein Parteiausschlussverfahren gegen den Magdeburger Bundestagsabgeordneten Frank Pasemann unterstützt habe. Zugleich sprach er von „massiven Angriffen“ gegen ihn selbst. Er wisse, wer dahinter stecke, sagte Farle. Poggenburg und Schroeder (dieser ist auch Kreisvorsitzender im Bördekreis) hätten ihm schon vor Wochen gedroht, wenn er sich nicht von Pasemann löse, werde er mit ihm fallen.

Farle ist auch in der AfD- Landtagsfraktion umstritten. Kürzlich gab es einen Abwahlantrag. Farle war vorgeworfen worden, bei einer Pressekonferenz die entlassene Pressesprecherin öffentlich auseinandergenommen zu haben. In der Fraktion stimmten elf Parlamentarier für ihn, elf votierten gegen ihn. Damit blieb Farle im Amt als parlamentarischer Geschäftsführer.

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Farle reagiert gelassen

Auf den aktuellen Angriff Poggenburgs reagierte er am Mittwoch gelassen. Er sehe keine Grundlage für einen solchen Antrag, sagte Farle. „Wenn André Poggenburg meint, meine Meinungsfreiheit beerdigen zu können, wird ihm das nicht gelingen. Er schießt sich damit selbst ins Abseits.“

AfD-Parteichef Martin Reichardt sagte, der Landesvorstand werde den Antrag in einer seiner nächsten Sitzungen beraten. Zugleich betonte Reichardt, er halte die Vorwürfe gegen Farle „für nicht stichhaltig“.