Magdeburg l Der AfD-Abgeordnete Daniel Roi bleibt Mitglied in der AfD-Landtagsfraktion. Das erklärte Landes- und Fraktionschef André Poggenburg in der Nacht zum Sonnabend nach einer siebenstündigen Krisensitzung der Landtagsfraktion. Für einen Antrag auf zeitweisen Ausschluss Rois hatten während des Treffens 15 Abgeordnete gestimmt. Dieser wäre jedoch nur wirksam geworden, wenn 17 Fraktionäre mit Ja votiert hätten.

"Wir haben uns einige Dinge vorgenommen", erklärte Poggenburg nach der Sitzung. "Wir wollen mehr miteinander und weniger übereinander reden." Roi sagte: "Ich kann das nur bestätigen. Es gibt keinen Machtkampf Poggenburg-Roi in der AfD." Roi sprach von einem "Neustart". "Wir haben heute alles geklärt und damit ist es auch gut."

Roi war im Vorfeld vorgeworfen worden, noch während einer Fraktionssitzung vergangene Woche eine interne Unterlage nach außen gegeben zu haben. Roi hatte dies später als „groben Fehler" eingeräumt. Fraktionschef Poggenburg sprach daraufhin von einem „enormen Vertrauensverlust" und „schwerem Schaden". Eine weitere Zusammenarbeit mit Roi sei "schwer vorstellbar", so Poggenburg.

Gesendet hat Roi das Papier ausgerechnet an jene entlassene Referentin, die den Staßfurter AfD-Abgeordneten Matthias Büttner beschuldigt hat, sie während einer Dienstreise in Erfurt sexuell bedrängt zu haben. Die Staatsanwaltschaft Erfurt ermittelt gegen Büttner wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung.

Während der Krisensitzung am Freitagabend ging es mehrfach laut zu, die Abgeordneten fielen sich gegenseitig ins Wort. Poggenburg räumte nach der Aussprache ein, dass man in der Fraktion eine Art "Burgfrieden" vor der Bundestagswahl geschlossen habe. Diese sei für die Partei sehr wichtig, so der Fraktionschef. Sein Verhältnis zu Roi solle sich nun "Woche für Woche" verbessern, sagte Poggenburg. Die neue Zusammenarbeit soll "neues Vertrauen" hervorbringen.