Dolle l Auf einem zweiten Bauabschnitt der A 14-Nordverlängerung in Sachsen-Anhalt soll ab 14. September dieses Jahres der Verkehr rollen. Mit der Strecke zwischen  Colbitz und Tangerhütte sind dann knapp 15 Kilometer, von insgesamt 97 die durch Sachsen-Anhalt führen, für den Verkehr freigegeben.

Die Arbeiten auf der A 14-Strecke Colbitz-Tangerhütte liegen in den letzten Zügen. Noch quälen sich die Fahrzeuge fast parallel zur neuen Trasse über die B 189 oft Stoßstange an Stoßstange. Noch fehlen Mittel-, Randstreifen und Straßenschilder, aber Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) verkündete gestern bei einer Baustellenbegehung, dass Licht am Ende des Tunnels ist: „Für den 14. September 2020 hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer einen Termin für Sachsen-Anhalt im Kalender.“

Die ersten Maschinen rollten auf dem Bauabschnitt 2016 an und die Kosten der 8,5 Kilometer sollten rund 72 Millionen Euro betragen. Inzwischen sind es 92 Millionen Euro geworden. Die Baukosten seien durch Bauverzögerungen immens gestiegen, so Webel gestern. Und es ist kein Geheimnis, dass dazu nicht zuletzt die Klagen von Naturschützern und Anwohnern beigetragen haben.

Der Schlusspunkt der Arbeiten am gegenwärtig größten Straßenbauprojekt Ostdeutschlands soll mit der Elbbrücke Wittenberge gesetzt werden, blickte Webel voraus ins Jahr 2025.

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Bei zwei Bauabschnitten – zwischen Dahlenwarsleben und Wolmirstedt (Börde / knapp 12 Kilometer) sowie Osterburg und Seehausen (Landkreis Stendal / knapp 17 Kilometer) – gibt es neuen Zeitverlust. Webel: „Dort haben wir noch kein Baurecht. Die öffentlichen Anhörungen, bei denen die Menschen ihre Meinung und mögliche Einwände äußern können, mussten wegen Corona verschoben werden.“

Besser sieht es bei den Abschnitten Lüderitz-Stendal (knapp 13 Kilometer) und weiter nach Osterburg (18 Kilometer) aus. Wenn die Archäologen durch sind, könnten dort die Arbeiten im Oktober starten. Etwa zur selben Zeit, da die ersten Autos die 155 Kilometer der Nordverlängerung zwischen Dahlenwarsleben und Schwerin nutzen können, wird wohl auch das A 38-Projekt so weit sein. Ebenfalls ein Mammut-Unterfangen. Die 13 Kilometer der sogenannten Südharzautobahn werden dann rund 350 Millionen Euro gekostet haben.

Wie Webel gestern sagte, ist dieses Projekt das vorerst letzte Autobahn-Projekt in Sachsen-Anhalt. „Geplant war noch die A 71, die von Schweinfurt (Bayern) und Erfurt nach Sangerhausen führt. Vom Kreuz Sangerhausen sollte sie Richtung A 14 verlängert werden. Doch der Bund hat nicht mitgespielt.“ Einige Ortsumgehungen der B 86 seien eine kleine Entschädigung.

Beim Baustellenbesuch bei Dolle wurde gestern auch die Kooperationsvereinbarung zwischen der neuen Autobahn GmbH des Bundes und der Landesstraßenbaubehörde unterzeichnet, die die neue Zuständigkeit für die Bundesautobahnen regelt.