Magdeburg l Sachsen-Anhalts stellvertretender CDU-Landeschef Holger Stahlknecht hat die jetzt bekanntgewordenen Vorgänge in der Altmark-CDU als schädlich für die Partei bezeichnet. "Ich nehme das ernst", sagte er am Mittwoch (7. November 2018) in Magdeburg. "Es ist ein Schaden eingetreten." Am 13. November werde sich der geschäftsführende Landesvorstand mit dem Thema befassen.

Der Salzwedeler CDU-Kreisvorsitzende Peter Fernitz hatte zuvor schwere Nötigungs-Vorwürfe gegen seinen Stendaler Amtskollegen Chris Schulenburg erhoben. Dieser soll eine Kandidatur des Salzwedeler Landrats Michael Ziche für das Amt des Vize-Parteichefs verhindert haben. Schulenburg bestreitet das.

Fernitz hat zudem Vorwürfe gegen den Landtagsabgeordneten Hardy Peter Güssau und Finanzminister André Schröder erhoben. Auch sie sollen mit Druck eine Kandidatur Ziches torpediert haben. Beide weisen die Anschuldigungen zurück.

Stahlknecht fordert "Geschlossenheit"

Stahlknecht sagte, die CDU sei die einzig verbliebene Volkspartei und wolle das bleiben. „Dafür braucht man Geschlossenheit, keinen Streit", betonte er. „Solche Bolzereien sollte man schlicht und ergreifend unterlassen." Er machte wenig Hoffnung, dass die Vorfälle vom Landesvorstand aufgeklärt werden könnten: „Da steht Aussage gegen Aussage."

Die CDU wählt am 17. November einen neuen Landesvorstand. Holger Stahlknecht kandidiert erstmals für den Parteivorsitz. Für die drei Stellvertreterposten gibt es derzeit vier Bewerber: die Bundestagsabgeordnete Heike Brehmer, Bildungsminister Marco Tullner, Finanzminister Schröder und den altmärkischen Landtagsabgeordneten Uwe Harms.