Magdeburg (dpa) l Bei Nachttemperaturen ab fünf Grad Celsius wandern in Sachsen-Anhalt wieder zahlreiche Kröten und Frösche zu ihren Laichplätzen. Dabei seien die Amphibien zahlreichen Gefahren ausgesetzt – etwa durch Autos beim Überqueren von Straßen, sagte eine Sprecherin des Naturschutzbunds (Nabu) Sachsen-Anhalt. Eine Erdkröte etwa benötige zehn bis zwanzig Minuten, um eine 15 Meter breite Straße zu überqueren. Frösche seien zusätzlich in Gefahr, da sie bei Scheinwerferlicht nicht fliehen, sondern verharren würden.

Ehrenamtliche sammelten die Tiere deshalb entlang sogenannter Amphibienzäune in den Morgenstunden ein. "Ich mache das seit vier Jahren", sagte der ehrenamtliche Helfer Fred Krüger. An einigen Tagen seien morgens Hunderte Tiere in den Eimern zu finden, die entlang der kniehohen Zäune in die Erde eingelassen sind, berichtete er. An anderen Tagen seien die Auffangbehälter an seiner Straße nahe Möckern (Landkreis Jerichower Land) leer. Auch seine Frau und andere Freiwillige seien dieser Tage morgens öfter unterwegs.

Auch in anderen Regionen des Landes organisieren sich Freiwillige, um die Tiere im Eimer zu ihren Laichplätzen zu tragen. Für das Wochenende planen etwa Ehrenamtliche der Nabu-Ortsgruppe in Schönebeck nach eigenen Angaben derartige Einsätze als "Krötentaxis".

Die ersten Amphibien machten sich laut Nabu bereits im Februar in milderen Nächten auf den gefährlichen Weg zu ihren Laichplätzen. In diesem Jahr zieht sich die Wanderzeit wegen der schwankenden Temperaturen über mehrere Wochen hin. Höhepunkt der Wanderungen ist in der Regel im März und April.

Doch nicht nur Autos werden zu einer immer größeren Gefahr für Frösche und Kröten. Auch Pestizide gefährdeten die Tiere, wie eine Sprecherin des Bundesamts für Naturschutz in Bonn sagte. Viele Amphibien würden bereits auf Listen für gefährdete Arten stehen.