Sachsen-Anhalt beteiligt sich mit 450 Beamten am Kontroll-Marathon

An 216 Stellen im Land wird morgen geblitzt

Von Matthias Fricke

Magdeburg l Raser haben am morgigen Donnerstag schlechte Karten. Sachsen-Anhalt beteiligt sich mit 450 Polizisten am ersten bundesweiten Blitzermarathon. 24 Stunden lang soll es ab 6 Uhr Temposündern an 216 Stellen an den Kragen gehen.

Wenn die Rechnung der Innenminister der Länder aufgeht, dürfte es am morgigen Donnerstag ab 6 Uhr bis Freitag 6 Uhr auf Deutschlands Straßen gesitteter als sonst zugehen. Beim ersten gemeinsamen Blitzermarathon soll es Temposündern flächendeckend an den Kragen gehen. 15000 Polizisten sind bundesweit an 8600 Kon-trollstellen im Einsatz.

Für Sachsen-Anhalt ist die Aktion Neuland, die 2011 in Nordrhein-Westfalen ihren Ursprung fand. Weitere Länder, auch Niedersachsen, schlossen sich im vergangenen Jahr an.

"Wir bringen alles, was wir haben, auf die Straße. Auch die Kommunen sind mit dabei", erklärt Jörg Kuske vom Landes-Innenministerium. Die Polizei besitzt 113 Radarpistolen und 37 mobile Blitzer. Dazu zählen auch Video-Fahrzeuge, die vor allem auf Autobahnen Jagd auf Raser machen sollen.

Kuske: "Es geht uns nicht um eine hohe Zahl von festgestellten Verstößen, sondern darum, dass Autofahrer verstärkt auf ihr Tempo zu achten."

Das Risiko, im Straßenverkehr zu verunglücken, ist in keinem Bundesland so hoch wie in Sachsen-Anhalt. 70Menschen wurden im ersten Halbjahr dieses Jahres bei Unfällen getötet. Neun mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Und: 60 Prozent der Verkehrstoten sind auf überhöhte Geschwindigkeit und Überholfehler zurückzuführen. "Es ist der Killer Nummer1 im Straßenverkehr", so Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU).

Nach Ansicht von Wolfgang Ladebeck von der Deutschen Polizeigewerkschaft dürften die Kontrollen "keine Eintagsfliege sein. Angesichts der Personallage ist das aber zu befürchten". Sein GdP-Kollege Uwe Petermann hält "nicht viel von der populistischen Aktion. Einen Tag später geben alle wieder Gas". Es müsse das gesamte Jahr über an der Verkehrssicherheit gearbeitet werden. Der ADAC lobt die Aktion, weil die Kontrollen offen angekündigt werden.