Extremismus

Ansprechpartner für jüdisches Leben: Hilfestellung geben

Von dpa 07.10.2021, 07:06 • Aktualisiert: 08.10.2021, 23:07
Wolfgang Schneiß, Ansprechpartner für jüdisches Leben in Sachsen-Anhalt und gegen Antisemitismus.
Wolfgang Schneiß, Ansprechpartner für jüdisches Leben in Sachsen-Anhalt und gegen Antisemitismus. Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Halle/Magdeburg - Der Ansprechpartner für jüdisches Leben in Sachsen-Anhalt und gegen Antisemitismus, Wolfgang Schneiß, plant für dieses Schuljahr eine Studie in Schulen. Bei allen Diskussionen über Unterrichtsinhalte werde übersehen, was auf den Schulhöfen passiere, sagte Schneiß der Deutschen Presse-Agentur in Magdeburg. Es gehe um Witze, um das, was Kinder aus den Elternhäusern mitbringen, und darum, wie Lehrerinnen, Lehrer und Schulleitungen damit umgehen. „Häufig sind sie völlig überfordert. Da brauchen wir Hilfestellungen“, sagte Schneiß. Die Untersuchung sei gemeinsam mit dem jüdischen Wohlfahrtsverband geplant.

Schneiß hob zudem hervor, dass insgesamt genauer hingeschaut werden solle beim Thema Antisemitismus. Dazu gebe es die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) seit diesem Jahr auch in Sachsen-Anhalt. Betroffene können dort judenfeindliche Vorfälle online oder telefonisch melden. „Wir wollen die Zahlen nicht künstlich nach oben treiben, aber das, was man sehen kann, wollen wir auch sehen“, sagte Schneiß. Die Entwicklung sei noch nicht abschließend zu bewerten. In Berlin werde bislang deutlich, dass die Polizei ein Drittel sehe und die Zivilgesellschaft zwei Drittel dazu, die aber nicht immer strafbar seien.

Schneiß schlägt zudem Wege vor, wie jüdisches Leben sichtbarer gemacht werden kann. „Es gibt da die Idee eines touristischen Weges durch Sachsen-Anhalt“, sagte der Ansprechpartner. „Es gibt ein gewisses touristisches Potenzial an der Stelle, das man auch erschließen kann. Es gibt Leute, die gehen gezielt auf solche Wege, suchen Stätten auf, die zur Vergangenheit gehören, aber verbinden das aber auch mit Besuchen von Synagoge heute.“ In Kürze solle es Gespräche dazu geben mit dem Wirtschaftsministerium und Fachleuten.

Außerdem sollten die Jüdischen Kulturtage, die es an vielen Orten gebe, besser vernetzt werden. In diesem Jahr gibt es erstmalig die landesweiten Jüdischen Kulturtage. „Das soll in Zukunft alle zwei Jahre stattfinden. Sie hätten in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie vielleicht noch nicht die erhoffte Wirkung. „Aber ich denke, auf Dauer wird das nachhaltig sein, denn wir haben jetzt feste Mittel im Kulturhaushalt eingeplant.“