Arbeitsmarkt Arbeitslosigkeit sinkt auf Rekordwert
In Sachsen-Anhalt sind so wenige Menschen arbeitslos wie seit 27 Jahren nicht mehr.
Halle (dpa) l Getragen von der stabilen wirtschaftlichen Lage ist die Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt im Juni auf ein neues Rekordtief gesunken. Seit 1991 war die Arbeitslosenzahl laut Experten noch nie niedriger. Rund 85.800 Menschen waren landesweit im Juni ohne Job. Das waren knapp 1900 Arbeitslose weniger als im Mai und 7100 weniger als im Vorjahr, wie die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Halle mitteilte.
Die Arbeitslosenquote ging von 7,7 Prozent im Vormonat auf 7,6 Prozent im Juni zurück (Juni 2017: 8,1 Prozent). Bereits im Mai war die Erwerbslosigkeit auf ein Rekordtief seit der Wiedervereinigung gesunken.
Bundesweit ging die Zahl der Arbeitslosen im Juni im Vergleich zum Vormonat um 40 000 auf rund 2,28 Millionen zurück. Das waren 197.000 Jobsuchende weniger als vor einem Jahr, teilte die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote sank binnen Monatsfrist um 0,1 Punkte auf 5,0 Prozent (Juni 2017: 5,5 Prozent).
"Die positive Entwicklung setzt sich im Juni fort. Der Arbeitsmarkt präsentiert sich trotz leicht nachlassender Dynamik weiterhin stabil", erklärte der Chef der Regionaldirektion, Kay Senius. Die Auftragsbücher der Firmen seien voll, allerdings bereitete der Mangel an gut ausgebildeten Arbeitskräften und an Interessenten für eine Berufsausbildung immer mehr Sorgen.
Hintergrund ist unter anderem die Altersstruktur der Einwohner. Es sei nötig, dass Arbeitgeber die Vorteile einer dualen Ausbildung – mit Schule und Praxis im Betrieb – und die Karrierechancen im Beruf noch stärker als bisher jungen Menschen nahebringen.
Die Industrie- und Handelskammern und das Handwerk appellieren seit geraumer Zeit an Schulabgänger, sich bei ihrer Berufswahl nicht allein für ein Studium zu entscheiden. Auch mit einer beruflichen Ausbildung gebe es viele Entwicklungsmöglichkeiten bis hin zur Selbstständigkeit als Unternehmen, erklärten die Kammern.
Arbeitgeber meldeten den Arbeitsagenturen unterdessen im Juni 4700 neue Stellen, 1000 weniger als im Mai. Rund 45 Prozent der Stellen waren sofort zu besetzen, 80 Prozent waren unbefristet. 27 Prozent der Stellen entfielen auf den Bereich der Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit). Den höchsten Zuwachs an freien Stellen gab es am Bau. Zudem wurde Mitarbeiter in Produktions- und Fertigungsberufen, in der Logistik, im Gesundheits- und Sozialbereich gesucht.