Magdeburg (dpa) l Sachsen-Anhalts Arbeitsministerin Petra Grimm-Benne will mit einer Fachkräftestrategie dafür sorgen, dass junge Menschen in Sachsen-Anhalt bleiben. Dazu habe sie Arbeitgeber und Gewerkschaften an einen Tisch geholt, sagte die SPD-Politikerin bei einem Empfang der Landesregierung am Dienstag in Magdeburg. "Heute geht es darum, jeden Arbeitsplatz, den wir anbieten, auch besetzen zu können." Das Ergebnis der Gespräche werde demnächst als gemeinsames Strategiepapier präsentiert.

Es gehe darum, junge Leute für eine Ausbildung zu gewinnen und Fachkräfte zu halten, sagte Grimm-Benne. Das könne dann gelingen, wenn Arbeitsbedingungen, Entwicklungsmöglichkeiten und Einkommen stimmten. Branchen wie Erziehung und Pflege, in denen besonders viele Fachkräfte fehlten, stünden dabei im Fokus – aber auch die Braunkohleregion im Süden des Landes. Ob der Strukturwandel dort gelinge, werde sich auch durch Fachkräfte in der Region entscheiden, sagte Grimm-Benne.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) verwies auf die enorme Abwanderung nach der Wiedervereinigung. "Das ist das demografische Erbe der friedlichen Revolution." Bei Prognosen zur künftigen Entwicklung riet er zu mehr Gelassenheit. Ob Bevölkerungsentwicklung oder Wirtschaftswachstum – der tatsächliche Verlauf sei für Sachsen-Anhalt oft positiver gewesen als vorhergesagt.