Dessau-Roßlau (dpa) l Vier Bauarbeiter sind im vergangenen Jahr bei Arbeitsunfällen auf Baustellen in Sachsen-Anhalt ums Leben gekommen. Zwei Menschen stürzten von Baugerüsten und starben, wie das Landesamt für Verbraucherschutz in Dessau-Roßlau mitteilte. Ein Bauarbeiter wurde durch einen herabfallenden Stein tödlich am Kopf getroffen, ein weiterer Arbeiter wurde von einem Bauteil zerquetscht. Das Landesamt kontrollierte 2017 rund 2320 Baustellen im Land und stellte dabei mehr als 4410 Mängel fest. Im Vorjahr waren es 2440 Kontrollen mit 4500 Beanstandungen.

Häufig seien 2017 die Absturzsicherungen an Gerüsten kritisiert worden, hieß es. Dort fehlten etwa wichtige Geländer oder Leitern. "Absturzunfälle enden häufig tödlich", teilte das Landesamt mit. Daher sei es besonders wichtig, bei Arbeiten auf Dächern oder an Hausfassaden die Vorschriften zu beachten.

Zudem seien viele Bauarbeiter nicht mit der richtigen Schutzkleidung - angefangen von Helm bis hin zum Schuhwerk – ausgestattet gewesen, teilte das Landesamt mit. Auch an Maschinen und Geräten wie Mörtelmischern oder Baustromkästen gab es Beanstandungen.

Stabilisierung von Erdwänden

"Befinden sich Bauarbeiter in einer Grube, können sie leicht verschüttet werden", hieß es weiter. Daher sei es wichtig, die Erdwände mit entsprechenden Platten zu stabilisieren. Auch diese Fehler fanden die Prüfer bei ihren Kontrollen vor.

Doch die Zuständigen gaben auch Entwarnung. "Tödliche Baustellunfälle sind sehr selten", teilte das Landesamt mit. Sie bewegten sich in den vergangenen Jahren im niedrigen einstelligen Bereich.

Die Kontrolleure legten nicht nur ihr Augenmerk auf größere Mängel auf den Baustellen. Sie kontrollierten auch die Arbeitszeiten der Beschäftigten und die genauen Abläufe auf den Baustellen.