Wangen (dpa) l  Kinder können in die Rolle eines römischen Legionärs schlüpfen, indem sie das Marschgepäck eines Soldaten schultern. "Die Soldaten mussten damals bis zu 45 Kilogramm Ausrüstung über Tagesmärsche von rund 20 Kilometern tragen", erklärte die Geschäftsführerin der Arche Nebra, Bettina Pfaff. Eine Sonderausstellung im Besucherzentrum soll von den langen Reisen der römischen Armee erzählen.

"Roms Legionen unterwegs" öffnet am 23. März und endet am 4. November 2018. "Die Armee des römischen Reiches war in ganz Europa unterwegs und musste dabei riesige Entfernungen überwinden. Gezeigt wird, wie das funktionierte", sagte Pfaff. In der Schau seien acht Dioramen und 33 archäologische Stücke zu sehen. Dazu gehörten Schuhnägel, Trinkgeschirr und Schmuck. Die Funde sind Leihgaben und stammen aus dem 1. bis 3. Jahrhundert.

Die Römer drangen immer wieder in germanisches Gebiet. Das belegen archäologische Funde. Zudem fanden sich immer wieder römische Grabbeigaben, die auf den Handel der Stämme mit den Römern schließen lassen.

Das Besucherzentrum Arche Nebra wurde 2007 in der Nähe des Fundorts der "Himmelsscheibe von Nebra" eröffnet. Im Jahr 2002 wurde die Himmelsscheibe in der Schweiz sichergestellt. Zwei Raubgräber hatten den Schatz 1999 auf dem Mittelberg (Burgenlandkreis) ausgegraben. Das Original steht im Landesmuseum Halle.