Wiesbaden/Magdeburg (dpa) l Die Gefahr in die Armut abzurutschen ist in Sachsen-Anhalt in den vergangenen zehn Jahren zurückgegangen – im Vergleich der Bundesländer aber noch immer sehr hoch.

So waren 2019 in Sachsen-Anhalt 19,5 Prozent der Menschen von Armut bedroht. Das waren zwar 2,3 Prozentpunkte weniger als noch 2009, dennoch lag das Land in der Rangliste der Länder auf Platz zwei: 

Nur in Bremen lag der Wert mit 24,9 Prozent noch höher, während etwa in Bayern nur gut jeder zehnte bedroht war. Das geht aus dem Mikrozensus hervor, den das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden vorstellte.

Rückgang der Armutsgefahr

Bundesweit waren demnach 15,9 Prozent der Menschen von Armut bedroht, im Jahr zuvor waren es 15,5 Prozent. Die Schwelle für die Armutsgefährdung lag 2019 bei 1074 Euro bei einem Einpersonenhaushalt, das sind 60 Prozent eines durchschnittlichen Haushaltseinkommens. Wer weniger Geld zur Verfügung hat, gilt als armutsgefährdet.

Der Vergleich mit den Zahlen von 2009 zeigt einen Rückgang der Armutsgefahr in allen ostdeutschen Flächenländern. So sank das Risiko in Mecklenburg-Vorpommern, das die Tabelle 2009 mit 23,1 Prozent noch anführte, um 3,7 Prozentpunkte auf 19,4 Prozent.

In Sachsen waren 2019 noch 17,2 Prozent der Menschen von Arbeit bedroht (2009: 19,5), in Thüringen 17 Prozent (2009: 18,1) und in Brandenburg 15,2 Prozent (2009: 16,7).

Wie sich die Corona-Krise auf das Armutsrisiko auswirkt ist noch unklar. Die Bundesagentur für Arbeit hatte für Juli 2,91 Millionen Menschen ohne Job gemeldet, 635.000 Menschen mehr als ein Jahr zuvor. Im Mai waren in Deutschland 6,7 Millionen Menschen in Kurzarbeit.