Magdeburg l Umweltministerin ist derzeit der vielleicht schwerste Job in Sachsen-Anhalt. Bauern bangen um ihre Ernte, rufen laut nach Entschädigung. Weiden verdorren, das Futter reicht kaum noch für das Vieh.

Das alles ist schlimm, aber höchstens ein vertrockneter Maiskolben gegen dies hier: Es passierte gestern Abend. Die Umweltministerin hat es wirklich getan. Noch vor Sonnenuntergang kürte sie, man traut sich kaum, es auszusprechen, geschweige denn hier aufzuschreiben: „Sachsen-Anhalts Next Top-Wiese“ (SANTW).

In einem ausgefeilten Prozedere wurde sie, die Wiese, aus der Flut von vier Bewerberwiesen nach strengen botanischen und landwirtschaftlichen Kriterien ausgewählt. Die Siegerwiese, vielmehr der Siegerwiesenbauer, erhält als Preis ein, Achtung, jetzt kommt es, wetterfestes Schild für seine Fläche - dem keine Dürre der Welt etwas anhaben kann.

Inwieweit die Eigenschaften des Schildes auf die umliegende Botanik abfärben, weiß allerdings nicht mal die Umweltministerin. Sie hat wirklich einen schweren Job.