Magdeburg l Der sachsen-anhaltische CDU-Landesverband hat am Freitagmorgen mitgeteilt, dass der unter Rechtsextremismus-Verdacht stehende Robert Möritz aus der CDU ausgetreten ist.

Möritz habe gegenüber der CDU Sachsen-Anhalt seinen „sofortigen Parteiaustritt bekanntgegeben", heißt es in einer knappen Erklärung. Ein von ihm unterschriebenes Austrittsschreiben liege der CDU vor.

Erst am Donnerstagabend hatten der geschäftsführende Landesvorstand und die Kreisvorsitzenden Möritz in einem einstimmig gefassten Beschluss ein Ultimatum gestellt. Nach einer Krisensitzung in Magdeburg hieß es, Möritz müsse bis zum 27. Dezember schriftlich "seine Aktivitäten und Vernetzungen in der rechtsextremistischen Szene darlegen". Zudem solle er erklären, dass Hakenkreuze oder andere NS-Symbolik mit den Grundsätzen der CDU Sachsen-Anhalt unvereinbar seien und dass er dieses "vorbehaltlos anerkennt".

Zudem wurde Möritz aufgefordert, sein Amt als Beisitzer im Kreisvorstand der CDU in Anhalt -Bitterfeld ruhen zu lassen. Der heute 29-jährige Möritz hatte eingeräumt, 2011 als Ordner an einer Neonazi-Demo beteiligt gewesen zu sein. Möritz hatte das als „Fehler" eingeräumt und von einer "Verirrung meiner Jugend" gesprochen. Zudem trägt er ein bei Rechtsextremen beliebtes Tattoo mit mehreren übereinander liegenden Hakenkreuzen.

Der Kreisvorstand Anhalt-Bitterfeld hatte vor einer Woche beschlossen, dass Möritz im Kreisvorstand bleiben darf. Im Beschluss der CDU-Spitze vom Donnerstagabend heißt es, wer sich glaubhaft zur demokratischen Grundordnung und zu den Zielen der CDU Sachsen-Anhalt bekenne, „hat eine zweite Chance verdient und darf nicht auf Dauer stigmatisiert werden. Wer dagegen rechtsextreme Gedanken weiterhin teilt, ist in der CDU Sachsen-Anhalt am falschen Platz und gehört nicht in unsere Partei."