Tel Aviv/Magdeburg (dpa) l Von Roboterarmen gegen Krebs über Werben um Touristen zum Bauhaus-Jubiläum bis hin zum stärkeren Austausch in Sport und Kultur: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat seinen sechstägigen Besuch in Israel mit zahlreichen Kooperationsvereinbarungen und neuen Ideen im Gepäck beendet. "Das war eine ganz wichtige Reise, gerade in diesen Zeiten, wo viele zurückhaltend sind", sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

Haseloffs Besuch überschnitt sich mit den Feierlichkeiten zum 70. Gründungstag des Staates Israel. Der Tag wurde von einer Welle der Gewalt überschattet. Allein am Montag hatten israelische Soldaten 60 Palästinenser am Grenzzaun zwischen Israel und dem Gazastreifen getötet. Haseloff appellierte unter anderem bei Gesprächen mit Vertretern der Regierung und der Opposition im israelischen Parlament an alle Beteiligten, eine friedliche Lösung zu finden.

Trotz der Umstände seien alle Programmpunkte gut abgearbeitet worden, sagte Haseloff. "Wir hatten eine sehr sichere Begleitung." Sachsen-Anhalt werde der aktuell schwierigen Situation auch dadurch gerecht, dass es die Kontakte zur Wirtschaft, Wissenschaft, Sport und Kultur ausbaue. "Es ist wichtig, etwas für die Zusammenarbeit und die Begegnung zu tun." Das erhöhe auch das Verständnis füreinander.

Hoffnung in Start-Ups

Große Hoffnung setzt der Regierungschef in geknüpfte Kontakte zwischen sachsen-anhaltischen Unternehmen und israelischen Gründern. "Wir haben einen starken Mittelstand, sie haben viele Start-Ups." Es gelte, beide miteinander zu verbinden. Seit seinem Besuch vor vier Jahren habe sich das Land sehr entwickelt. "Es boomt."

Haseloff wurde bei seiner Reise von Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch begleitet. Zudem stießen immer wieder Vertreter aus Sport, Kultur und Politik dazu. So vereinbarten die Bundesliga-Handballer des SC Magdeburg mit dem vielfachen israelischen Handballmeister Hapoel Rashon einen regelmäßigen Jugendaustausch. Von Januar an sollen sachsen-anhaltische Lehrer in der Internationalen Schule für Holocaust-Studien in Yad Vashem weitergebildet werden.

Kooperation der Universitäten

Herausragend ist aus Sicht des Ministerpräsidenten auch eine vereinbarte Kooperation zwischen der Uni Magdeburg und der Technischen Universität Technion in Haifa. Wissenschaftler beider Einrichtungen wollen gemeinsam einen Roboter entwickeln, der es erlaubt, im Magnetresonanztomographen (MRT) Tumore zu operieren. So sollen Operationen schonender für Patienten werden. Die Technik sei eine Herausforderung, teilte die Uni Magdeburg mit. So dürfe der Roboter nicht aus Metall bestehen und auch nicht mit Strom betrieben werden, um die Funktion des MRT nicht zu behindern.

Der Ministerpräsident warb in Israel zudem mehrfach für einen Besuch in Sachsen-Anhalt zum Bauhaus-Jubiläumsjahr 2019. "100 Jahre Bauhaus ist hier eine Marke", sagte er an seinem letzten Reisetag in Israel. In Tel Aviv gebe es mit der Weißen Stadt ein ganzes Gebiet mit Gebäuden im Bauhaus-Stil. Jetzt gebe es die Überlegung, ob sich einige von ihnen in einem gemeinsamen Projekt sanieren ließen.