Magdeburg l Knapp eine Woche nachdem die Stiftung Bauhaus Dessau dem ZDF Hausverbot für ein Konzert der linken Punkband „Feine Sahne Fischfilet“ erteilt hat, zeichnet sich eine Beilegung des Konflikts ab. Die Band wird wie ursprünglich geplant doch am 6. November in der Stadt auftreten. Allerdings im Anhaltischen Theater und nicht wie im Rahmen der Sendereihe „ZDF@Bauhaus“ vorgesehen im Bauhaus-Gebäude, sagte eine Theater-Sprecherin.

Die Entscheidung der Bauhaus-Stiftung, das Konzert in ihrem Gebäude abzusagen, schlägt derweil bundesweit Wellen. Aus den Bauhaus-Städten Berlin und Weimar kamen am Montag demonstrative Einladungen an die Band. Das Magdeburger Oli-Kino bot sich ebenfalls als Ausweichstandort an. Dessaus Bauhaus-Chefin Claudia Perren hatte die Absage damit begründet, dass die Stiftung nicht zum Ort politischer Agitation werden wolle. Zuvor hatten rechte Gruppierungen im Internet zu Protesten gegen die Band aufgerufen.

Professoren der Weimarer Bauhaus-Uni kritisieren die Begründung der Stiftung in einem öffentlich gewordenen Brief. „Von einer Institution, die sich auf das Bauhaus beruft, hätten wir deutlich mehr Zivilcourage erwartet.“ Kritik kommt auch vom Vorsitzenden des Trägervereins des Berliner Bauhaus-Archivs Markus Klimmer: „Hier wird die Marke Bauhaus schwer beschädigt.“ Der Auftritt von „Feine Sahne Fischfilet“ sollte am 1. Dezember auf „3Sat“ gezeigt werden. Die Band engagiert sich gegen Rechtsradikalismus, tauchte zwischen 2011 und 2014 aber selbst vier Mal in Verfassungsschutzberichten auf. Von frühen Texten mit sexistischem Inhalt hat sich die Band inzwischen distanziert.