Dessau-Roßlau (dpa) l Eine groß angelegte Baumfällaktion im Gartenreich Dessau-Wörlitz ist gestoppt. Es würden von nun an nur noch schwer geschädigte Bäume entlang von Wegen entfernt, die eine Gefahr für Besucher darstellten, kündigte die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz am Montag nach einer Sondersitzung des Kuratoriums an. 1200 von ursprünglich vorgesehenen 8000 Bäumen seien seit September schon gefällt worden, hauptsächlich Eichen und Eschen. Wie viele nun zur Verkehrssicherungspflicht hinzukämen, sei nicht klar. An der großen Fällaktion hatte es massive Kritik gegeben.

Stiftungsdirektorin Brigitte Mang betonte, die Baumfällaktion sei mit den Behörden abgestimmt und genehmigt gewesen. Trockenheit und Schädlinge haben den Baumbeständen im Gartenreich massiv zugesetzt. Der Chef der Staatskanzlei, Kulturminister und Kuratoriumsvorsitzender der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, Rainer Robra (CDU), sprach von einer schwierigen Gratwanderung. Zum einen gelte es, die Menschen zu schützen, die das Gartenreich besuchten, auf der anderen Seite müssten die Wälder bewahrt werden. Es habe keine Kahlhiebe gegeben und die werde es auch nicht geben.

Eigenen Angaben zufolge ist die Kulturstiftung neben fünf Schlössern mit den dazugehörigen Gärten und zahlreichen denkmalgeschützten Einzelbauwerken für etwa 7000 Hektar Wald und landwirtschaftliche Flächen verantwortlich. Das Gartenreich gehört zum Unesco-Welterbe.