Colbitz l Dort, wo die aktuelle A-14-Baustelle zwischen Colbitz und Burgstall parallel zur A 14 verläuft, steht ein opulenter Schilderwald. Tempobegrenzungen, Baustellenzufahrten – es sind derart viele Ge- und Verbote, dass der pflichtbewusste Autofahrer schnell in Verwirrung geraten kann. Zwischen Colbitz und Dolle ist der betroffene Abschnitt nur kurz. Aber zwischen Dolle und Burgstall bedeutet das viermal den gleichen Trott: 70 km/h, 50 km/h, Baustellenzufahrt und das Ganze wieder von vorn.

Alles der Sicherheit wegen, erklärt ein Sprecher des Landesverkehrsministeriums: „Bei den von Ihnen angesprochenen Geschwindigkeitsbegrenzungen handelt es sich um verkehrsrechtliche Daueranordnung, da die Baustellenein- und -ausfahrten ein großes Gefahrenpotential aufweisen.“

Ständiger Tempowechsel schafft Konflikte

Alles klar, versteht man, die Vorschriften – Sicherheit geht vor. Da müssen eben ein paar Kilometer Kriechgang mehr auf der B 189, der zentralen Nord-Süd-Verbindung in Sachsen-Anhalt oberhalb von Magdeburg, in Kauf genommen werden.

Soweit die Theorie. In der Praxis des Fernverkehrs ist ein Tempolimit von 50 km/h auf einer Bundesstraße so eine Sache. Es gibt die korrekten Kraftfahrer, die sich exakt daran halten, und die legeren, die eher locker mit dem Gaspedal umgehen.

Und da sind die Raser und Drängler, denen die Beschilderung am Straßenrand vollkommen wurst ist, und Lkw-Fahrer unter dem bekannten ständigem Termindruck, der sich in der Fahrweise niederschlägt. Konflikte auf der Straße sind somit programmiert. Die Folge: steigende Unfallgefahr.

Hinzu kommt: Es sind Sommerferien in Deutschland, durch die Staffelung nach Bundesländern noch weit in den September hinein. Die B 189 ist von Magdeburg bis zu den Anschlüssen an die bestehenden Autobahnen A 14 (bei Karstädt) sowie A 19 und A 24 (bei Wittstock) eine der wichtigen Urlaubsrouten in Richtung Ostseeküste und in die skandinavischen Länder.

Die Lage wäre zumindest am Wochenende, wenn die Schilder zugehängt würden, erträglich. Dies könnte zwar mit einem gewissen Aufwand verbunden sein, aber wäre dieser nicht lohnenswert?

Im Verkehrsministerium hebt man entsetzt die Hände: „Auch ,nach Feierabend‘ und an den Wochenenden erfolgen für die Bauarbeiten Materialtransporte in Größenordnungen.“

Fahrbahn-Einbau und Holztransporte

Es folgt eine umfangreiche Erläuterung zum Fortgang an der Baustelle für die A 14: In den vergangenen Wochen sei im Bauabschnitt zwischen Colbitz und Tangerhütte die Asphalt-Tragschicht eingebaut worden. Nun liefen auch die transporttechnischen Vorbereitungen für den Einbau der Betonfahrbahndecke, die ab Anfang August gefertigt werden wird. Außerdem heißt es: „Im Bauabschnitt 1.4 (Tangerhütte – Lüderitz) finden umfangreiche Erdarbeiten mit den dazu notwendigen Transportleistungen und unter anderem auch Holztransporte, die aus Kapazitätsgründen auch am Wochenende realisiert werden, statt.“

Im Klartext heißt das: Keine Chance auf Entspannung an der B 189. Die Schilder-Hüpferei geht weiter. Egal, ob am Sonntag ein Holzlaster kommt oder nicht.