Der Rücktritt von Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Jörg Felgner (SPD) kommt nicht überraschend. Spätestens seit Freitag, als ihm die SPD-Spitze um Landeschef Lischka und die Fraktionsvorsitzende Pähle diesen Schritt nahegelegt hatten, war die Sache klar. Ein Politiker, den die eigene Parteispitze aus nachvollziehbaren Gründen fallen lässt, ist nicht im Amt zu halten.

Felgner ist über sein Agieren als Staatssekretär unter Finanzminister Bullerjahn gestolpert. Die Schatten der Vergangenheit haben ihn eingeholt. Der Minister hat sich wegen seiner Rolle bei fragwürdigen Beraterverträgen immer mehr ins Abseits manövriert – und wegen seines miserablen Krisenmanagements. In vielen Fällen tauchten mehr Fragen auf als Antworten gegeben wurden. Einige sehen Felgner als Bauernopfer. Das ist er aber nicht. Klar ist: Auch nach dem Rücktritt werden dubiose Verträge unter die Lupe genommen. Das „System Bullerjahn“ muss bis in den letzten Winkel ausgeleuchtet werden.